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08.01.2011

10:29 Uhr

Siempelkamp

Der unbekannte Star vom Niederrhein

VonJürgen Flauger, Martin Murphy

Die Firma Siempelkamp kennen eigentlich nur Insider. Dabei ist das Unternehmen weltweit mit seinen Produkten unterwegs, denn kaum ein Atomreaktor kommt ohne die Sicherheitssysteme der Krefelder aus. Auch beim Neubau des Atommeilers Olkiluoto in Finnland ist die Siempelkamp Nukleartechnik dabei.

Castor-Behälter: Das bekannteste Produkt von Siempelkamp. DAPD

Castor-Behälter: Das bekannteste Produkt von Siempelkamp.

Der weltweite Boom der Atomenergie, sagt Geschäftsführer Michael Szukala, werde seinem Unternehmen einen deutlichen Wachstumsschub geben. Deutsche Vorzeigemeiler braucht er schon lange nicht mehr. "Wie haben längst im Ausland Referenzprojekte, an denen wir unsere Leistungsfähigkeit zeigen können."

Siempelkamp Nukleartechnik kennt zwar kaum ein Bundesbürger, aber zumindest ein Produkt der Firma hat jeder schon einmal im Fernsehen gesehen: den Castor. Der Behälter ist das Sinnbild für den Protest gegen die Einlagerung von nuklearem Abfall im Zwischenlager Gorleben.

Über 400 Exemplare davon haben die Niederrheiner bislang produziert.

Überhaupt dreht sich bei Siempelkamp Nukleartechnik alles um Sicherheitskomponenten. Die Ingenieure bauen beispielsweise Kühlsysteme, die bei Betriebsunfällen eine Kernschmelze - also den Supergau - verhindern sollen.

Ironie der Geschichte. Siempelkamp wird vom weltweiten Boom der Atomenergie ebenso profitieren wie vom Atomausstieg in Deutschlands. Denn das Unternehmen gilt auch als Spezialist für den Rückbau von Kernkraftwerken. Das Angebot reicht von der Planung bis zur Zwischenlagerung des zerlegten Meilers.

Einen der wichtigsten Wachstumsmärkte sieht Geschäftsführer Szukala in China, aber auch in den USA und Großbritannien will er sich am Bau neuer Meiler beteiligen. Das Unternehmen und seine 200 Mitarbeiter erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von 120 Millionen Euro, davon entfiel nur ein kleiner Teil auf den deutschen Markt. Bis zum Jahr 2016 will Szukala den Umsatz um 20 Prozent erhöhen.

Kommentare (1)

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Dr.med.Wigand von Bremen

26.01.2011, 16:47 Uhr

Die gute Analyse um den unbekannten Star vom Niederrhein unterschlägt einen hohen menschlichen Risikofaktor des Unternehemens,fern ab von allen inhaltlichen Risiken die der Umgang mit Atomenergie verbirgt.Die Personalie des beirats könnte Sorgen bereiten .ist hier nicht ein füheres Kontrollorgane vertreten unter dessen Observanz eine Privatbank in Köln die Eigenständigkeit und Unschuld verlor? Hier könnte dringender Handlungsbedarf bestehen für die Gesellschafter.

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