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02.04.2015

13:26 Uhr

Sika

Übernahmekampf geht in die nächste Runde

Juristisches Tauziehen: Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain muss weitere Hürden vor der Übernahme des Konkurrenten Sika nehmen. Der Fall geht nun vor die Finanzmarktaufsicht.

Vergangene Woche hatte das Kantonsgericht Zug dem Sika-Verwaltungsrat rechtgegeben, der die Stimmrechte des bisherigen Mehrheitsaktionärs beschränken will. Reuters

Sika in Zürich

Vergangene Woche hatte das Kantonsgericht Zug dem Sika-Verwaltungsrat rechtgegeben, der die Stimmrechte des bisherigen Mehrheitsaktionärs beschränken will.

ZürichFür den französischen Baustoffkonzern Saint-Gobain wird der Kauf des Schweizer Rivalen Sika zur Geduldsprobe. Die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates kündigte am Donnerstag an, gegen die Entscheidung der Schweizer Übernahmekommission in dem Fall bei der Finanzmarktaufsicht FINMA Berufung einzulegen. Im Streit um die Übernahme der Sika-Kontrolle durch die Franzosen hatte die Behörde festgestellt, dass die Opting-Out-Klausel gültig und Saint-Gobain nicht verpflichtet sei, den anderen Sika-Aktionären ein Kaufangebot zu unterbreiten.

Im juristischen Tauziehen an mehreren Fronten geht damit in eine weitere Runde. Vergangene Woche hatte das Kantonsgericht Zug dem Sika-Verwaltungsrat rechtgegeben, der die Stimmrechte des bisherigen Mehrheitsaktionärs beschränken will. Der Sika-Großaktionär Schenker-Winkler Holding, in der die Gründerfamilie Burkard ihre Anteile gebündelt hat, hatten im Dezember angekündigt, sein Paket für 2,75 Milliarden Franken an Saint-Gobain zu verkaufen.

Die intelligente Fabrik

Forschung in der Smart Factory

Langfristig dürfte die Vision der smarten Technik weit über den Einsatz einzelner Komponenten wie Datenbrillen hinaus gehen. So forschen Dominic Gorecky und seine Kollegen am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in einem Smart Factory-Laboratorium an neuen Technologien und ihrem Einfluss auf die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Produktionssteuerung per Chip

Produktionsmodule verschiedener Firmen lassen sich wie Legobausteine zu einem beliebigen Produktionsprozess kombinieren: Ein Modul fräst etwa eine individuelle Gravur in eine Platte, das nächste Modul setzt ein spezielles Gehäuse auf, ein anderes führt eine Qualitätskontrolle durch. Jedes Produkt kommuniziert mittels RFID-Kennzeichnung mit den Modulen, welcher Prozessschritt ausgeführt werden soll - die zentrale Steuerung wird damit aufgehoben. Um die Flexibilität von Industrie 4.0-Anlagen voll auszuschöpfen, agiert der Menschen als Manager des Gesamtsystems und trifft im Problemfall relevante Entscheidungen.

Noch lange kein Alltag

Bis zur Realisierung von Industrie 4.0 im Arbeitsalltag mit smarten Produktionsanlagen und mehr Freiräumen für Mitarbeiter dauert es laut Experten noch mindestens zehn Jahre. Eines der Hauptprobleme liegt laut Dominic Gorecky darin, dass sich die verschiedenen Maschinen- und Komponentenhersteller bisher nur schwer auf gemeinsame, offene Schnittstellen einigen können. Diese sind aber nötig, um eine umfassende Vernetzung möglich zu machen

Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber 52 Prozent der Stimmen. Zuvor waren die Familie bereits mit dem Versuch gescheitert, eine außerordentliche Generalversammlung abzuhalten, bei der die Macht an Saint-Gobain übertragen werden sollte.

Bislang zeigt Saint-Gobain trotz des heftigen Widerstands des Sika-Managements und verschiedener Aktionärsgruppen - erst jüngste hatte sich der einflussreiche US-Stimmrechtsberater ISS hinter den Sika-Verwaltungsrat gestellt – keine Ermüdungserscheinungen. Die Entscheidung der Übernahmekommission stärke die eigene Position, teilte das französische Unternehmen mit. Saint-Gobain sei entschlossen, den Deal unter Dach und Fach zu bringen.

Die Sika-Aktien verloren ein Prozent, die Anteile von Saint-Gobain rückten in Paris leicht vor. „Etappensieg für Saint-Gobain“, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Von

rtr

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