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15.03.2017

12:16 Uhr

Silizium-Tochter

Wacker Chemie stößt Mehrheit an Siltronic ab

Am Dienstag hat Wacker Chemie eine positive Umsatzprognose veröffentlicht. Kurz darauf warf der Spezialchemiekonzern Millionen Aktien seiner Silizium-Tochter Siltronic auf den Markt. Das Timing kommt nicht von ungefähr.

Mitarbeiter von Wacker Chemie bei der Arbeit (Archivfoto von 2014): Erst 2015 schickte der Spezialchemie-Hersteller seine Tochter Siltronic an die Börse. dpa

Wacker Chemie

Mitarbeiter von Wacker Chemie bei der Arbeit (Archivfoto von 2014): Erst 2015 schickte der Spezialchemie-Hersteller seine Tochter Siltronic an die Börse.

FrankfurtDer Chemiekonzern Wacker gibt bei seiner Tochter Siltronic die Mehrheit ab und erlöst aus dem Aktienverkauf 352 Millionen Euro. Die beauftragten Banken platzierten über Nacht 6,3 Millionen Siltronic-Aktien zum Preis von je 55,85 Euro bei institutionellen Investoren, wie die Münchner am Mittwoch mitteilten. Der Anteil an der auf Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie spezialisierten Tochter sinke damit von knapp 52 Prozent auf knapp 31 Prozent. Der Familienkonzern hatte seit längerem angekündigt, die Beteiligung an der Tochter reduzieren zu wollen.

Wacker hatte Siltronic im Juni 2015 an die Börse gebracht - zu einem Preis von 30 Euro je Aktie. Er hat sich seither beinahe verdoppelt. Damit begründete auch Wacker-Chef Rudolf Staudigl den Verkauf: „In Verbindung mit dem günstigen Marktumfeld der Halbleiterbranche eröffnet sich für uns die Gelegenheit, die Beteiligung an Siltronic deutlich abzubauen und damit wie geplant in die Minderheit zu gehen.“

Wacker Chemie: Spezialchemiekonzern erwartet Umsatzplus

Wacker Chemie

Spezialchemiekonzern erwartet Umsatzplus

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie erwartet auch für 2017 ein Umsatzplus. Wacker plant erneut mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 1,1 Milliarden Euro. Sorge bereitet dem Konzern aber die weltpolitische Lage.

Offenbar hat Wacker schon vorher ein kleineres Aktienpaket abgegeben. In dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht ist die Beteiligung noch mit 57,8 Prozent verzeichnet. Mit dem verbleibenden Rest von knapp einem Drittel kann Wacker bei der Tochter immer noch mitreden. Der Anteil ist gegenwärtig noch gut eine halbe Milliarde Euro wert.

Am Aktienmarkt kam der Schritt an sich gut an. „Wir denken, dass es eine gute Entscheidung des Wacker Managements war Gewinne mitzunehmen“, lobte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. „Der Verkauf wird die Komplexität der Wacker Gruppe reduzieren und den Fokus auf das verbleibende Kerngeschäft mit den drei Chemie-Segmenten und Polysilicon lenken.“ Während die Aktien der Mutter am Mittwoch leicht im Plus lagen, sackten die Siltronic-Titel infolge der Platzierung um gut sechs Prozent ab.

Von

rtr

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