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22.07.2014

15:49 Uhr

Silizium zieht wieder

Wacker Chemie setzt Prognose herauf

Nach Problemen mit der kriselnden Solarindustrie geht es für Wacker Chemie aufwärts: Silizium wird wieder verstärkt nachgefragt. Damit kann der Konzern zum Halbjahr auch den Aktionären eine kleine Freude bereiten.

Sie haben sich von dem Schlag erholt, den ihnen der Niedergang ihres Hauptabnehmers, der deutschen Solarbranche, versetzt hatte: Wacker Chemie, hier der Sitz in Burghausen. Reuters

Sie haben sich von dem Schlag erholt, den ihnen der Niedergang ihres Hauptabnehmers, der deutschen Solarbranche, versetzt hatte: Wacker Chemie, hier der Sitz in Burghausen.

FrankfurtDer Spezialchemiekonzern Wacker profitiert von der kräftigen Nachfrage aus der Solarbranche und hebt seine Jahresprognose an. Wegen guter Geschäfte mit Polysilizium werde für 2014 nun ein Anstieg des operativen Gewinns (Ebitda) um mindestens ein Drittel erwartet, teilte Wacker Chemie am Dienstag mit. Zu dem Ergebnisanstieg sollen auch Sparmaßnahmen beitragen. Bislang war Wacker davon ausgegangen, den operativen Gewinn des Jahres 2013 von 678,7 Millionen Euro um mindestens zehn Prozent zu übertreffen.

An der Börse konnte das Münchener Unternehmen mit der Prognoseanhebung punkten: Die Aktie war mit einem Plus von bis zu 6,5 Prozent zeitweise größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Wacker habe mit Kunden aus der Solarindustrie seine Lieferverträge neu verhandelt und Anzahlungen sowie Schadenersatz einbehalten. Dadurch würden für das dritte Quartal Sondererträge erwartet, die den operativen Gewinn und das Betriebsergebnis (Ebit) um rund 90 Millionen Euro erhöhten. Das auf Silizium- und Silikonprodukte spezialisierte Unternehmen hatte deshalb bereits im Auftaktquartal von einem Sonderertrag von 114 Millionen Euro profitiert. Im Gesamtjahr 2014 soll dadurch der operative Gewinn um etwa 210 Millionen Euro aufgepolstert werden.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Schon seit einiger Zeit läuft es bei Wacker wieder besser. Dank einer stärkeren Auftragslage und einer spürbaren Belebung im Markt für Reinstsilizium für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie war der Umsatz im ersten Quartal um acht Prozent auf 1,16 Milliarden Euro gestiegen. Der operative Gewinn (Ebitda) verdoppelte sich fast auf 285,2 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren hatte Wacker die Krise in der Solarbranche in seinen Geschäftszahlen zu spüren bekommen. Die Preise für Grundrohstoffe der Branche purzelten zeitweise in den Keller und zehrten an den Gewinnen des Traditionskonzerns. Der Bericht zum zweiten Quartal soll am 1. August veröffentlicht werden.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.07.2014, 14:01 Uhr

Was soll dieser Solar-Propaganda Artikel mit Wacher Chemie.
Wacher hat seine Lieferverträge gegenüber den Solarfimen über das Gericht als Bestand erfolgreich verteitigt.
Wacker kann somit die Rückstellung auf Verluste von schon geleisteten Anzahlung und Schadenersatzansprüchen auflösen. Damit wird ein Effekt in der Bilanz (Ertrag) erzielt. Dies lässt aber nicht auf ein anziehen der Siliziumnachfrage schließen. Alte Verträge wurden gerichtlich neu geregelt und neue Verträge sind nicht in Sicht.

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