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22.03.2012

20:41 Uhr

Sinkende Garantiepreise

Politik will Solarwirtschaft entgegenkommen

Nachdem sich einige Bundesländer bei der geplanten Kürzung der Solarförderung quergestellt haben, verspricht die Politik Linderung. Bei den meisten Anlagen sollen nun doch 100 Prozent des Stroms begünstigt bleiben.

Eine Mitarbeiterin des Solarunternehmens Sovello prüft ein Solarmodul. dpa

Eine Mitarbeiterin des Solarunternehmens Sovello prüft ein Solarmodul.

Berlin/BonnDie Politik macht der deutschen Solarbranche Hoffnung auf eine Lockerung der Förderkürzungen. Die Pläne würden an einigen Punkten entschärft, berichteten Teilnehmer des Bund-Ländertreffens am Donnerstag. Zuvor hatte sich in den Bundesländern Widerstand gegen die Absichten der Regierung geregt. Die Koalition benötigt einen Großteil der unionsgeführten Länder, um eine Blockade des Kürzungsvorhabens im Bundesrat zu verhindern. Vor allem die ostdeutschen Länder mit ihren Standorten der angeschlagenen Solarfirmen kämpfen daher gegen harte Einschnitte. Die Geschäftszahlen der beiden großen deutschen Solarkonzerne Solarworld und Aleo Solar verdeutlichten die Probleme der Branche, die vor allem unter der Billigkonkurrenz aus Asien leidet.

Den Teilnehmern des Bund-Ländertreffens zufolge soll nun doch bei größeren Solaranlagen der komplette Strom zu den höheren Fördersätzen abgenommen werden. Bislang sollte bei Anlagen über zehn Kilowatt nur 90 Prozent des Stroms gefördert werden. Mehr Luft erhalten Investoren auch bei den Kürzungsterminen: Die beschlossene Kappung zwischen 20 und nahezu 40 Prozent wird demnach zwar generell weiter ab 1. April greifen. Wer aber bereits vor dem 1. März eine Anschlusszusage des Netzbetreibers hatte, kann auch noch nach dem Stichtag zu alten Fördersätzen seinen Strom einspeisen.

Um notfalls letzte Streitpunkte mit den Ländern auszuräumen, war für Freitag auch ein Spitzentreffen mit Ministerpräsidenten im Kanzleramt ins Auge gefasst worden. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurde dies jedoch wegen der weitgehenden Verständigung als unnötig abgesagt.

Präzisiert hat die Regierung zudem, wie die monatlichen Kürzungen nach dem Einmalschnitt im April aussehen könnten. So wird sich einem Regierungspapier zufolge die maximale Kürzung der garantierten Einspeisevergütung über das Jahr gerechnet erhöhen. Lag diese bisher bei höchstens 24 Prozent, soll bei starkem Zubau wie etwa 2011 die Kappung der garantierten Einspeisevergütung auf 28 Prozent steigen. Diese wird jedoch auf die einzelnen Monate verteilt, wobei die Höhe sich nach dem Neubau im Vorquartal richtet. Nach den jetzigen Installationen würde dies für Investoren bedeuten, dass ab Mai aufgebaute Anlagen erneut 2,7 Prozent weniger für ihren Strom erhalten.

Kommentare (32)

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zarakthuul

22.03.2012, 22:04 Uhr

Das ändert doch nichts daran, das Yingli und Co. billigere Module mit gleicher Leistung liefern. Ist doch eben die vielgerühmte Globalisierung.

Account gelöscht!

22.03.2012, 23:07 Uhr

Beendet endlich diesen Subventionswahnsinn!

vandale

23.03.2012, 00:16 Uhr

Möglicherweise hat die Branche, trotz der angespannten finanziellen Lage, nochmals das Geld zusammengekratzt um die Politik zumindest auf Landesebene zu pflegen.

Ob die Branche das nächste mal noch das Geld dazu hat?

Vandale

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