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29.01.2014

14:48 Uhr

Sinkende Nachfrage

Neue Abgasnormen bremsen Lastwagenbauer aus

Die Lkw-Branche muss sich wegen der schärferen Abgasnorm auf eine sinkende Nachfrage einstellen. Scania etwa drosselt die Produktion und streicht 300 Jobs. Der Branchenverband spricht von einem enttäuschenden Jahr.

Die schadstoffärmeren Lkw sind rund 10.000 Euro teurer als diejenigen, die nur den laxeren Euro-V-Normen entsprechen. dpa

Die schadstoffärmeren Lkw sind rund 10.000 Euro teurer als diejenigen, die nur den laxeren Euro-V-Normen entsprechen.

StockholmDie seit Jahresbeginn geltenden schärferen Abgasnormen für Lastwagen in Europa hinterlassen bei den ersten Herstellern bereits Bremsspuren. So stellt sich die schwedische VW-Tochter Scania auf sinkende Nachfrage ein, die sich auch im Ergebnis des ersten Halbjahres niederschlagen dürfte. Der Lastwagenbauer kündigte am Mittwoch an, die Produktion zu drosseln und 300 befristete Stellen zu streichen.

Bereits im letzten Vierteljahr 2013 bekam Scania die anstehende Verschärfung der Vorschriften zu spüren - zwar nicht beim Absatz, aber in den Auftragsbüchern, weil bis zur Auslieferung üblicherweise einige Monate vergehen: Die Zahl der Bestellungen sank im Jahresvergleich um ein Fünftel und damit stärker als erwartet. Auch das operative Ergebnis blieb mit 2,52 Milliarden Schwedischen Kronen (rund 285 Millionen Euro) hinter den Analystenprognosen zurück.

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Ab diesem Jahr gelten schärfere Abgasnormen für Lastwagen - wodurch sie deutlich teurer werden. Viele Käufer haben daher im Jahr 2013 kräftig zugeschlagen. Lkw-Hersteller Scania sahnte ab, enttäuschte aber insgesamt.

Seit dem 1. Januar gelten in der Europäischen Union für Nutzfahrzeuge schärfere Richtlinien für den Ausstoß von Abgasen: Nur wenn diese Euro-VI-Norm erfüllt wird, kann ein Laster neu zugelassen werden. Die schadstoffärmeren Lkw sind aber rund 10.000 Euro teurer als diejenigen, die nur den laxeren Euro-V-Normen entsprechen. Daher hatten sich viele Firmen noch kurz vorher mit den Brummis eingedeckt, die nun nicht mehr neu zugelassen werden dürfen.

Der Absatz nach schweren Lastern über 16 Tonnen schoss in der EU im Dezember um mehr als 135 Prozent nach oben, wie der Branchenverband Acea mitteilte. Davon profitierten alle Lastwagenbauer wie Scania, Daimler, MAN oder Volvo. Trotzdem sei 2013 für die Hersteller in Europa ein insgesamt enttäuschendes Jahr gewesen, teilte der Acea mit. Zwischen Januar und Dezember wurden in der EU 1,7 Millionen Lastwagen, Kleintransporter und Busse neu zugelassen - ein Plus von einem Prozent. Damit sei das vergangene Jahr das drittschlechteste seit Beginn der Statistik 1997.

Von

rtr

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