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16.10.2012

10:11 Uhr

Sinkende Neuzulassungen

Europas Autohersteller rutschen tiefer in die Krise

Der Minustrend in der Autoindustrie hält an: Laut Branchenverband ACEA sackte die Zahl der Neuzulassungen im September um fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. Deutsche Hersteller kommen noch glimpflich davon.

Mitarbeiter arbeiten in Wolfsburg im Werk der Volkswagen AG an VW Tiguan. dapd

Mitarbeiter arbeiten in Wolfsburg im Werk der Volkswagen AG an VW Tiguan.

Frankfurt/BrüsselDie Krise am europäischen Automarkt hat sich im September verschärft. Die Zahl der Neuzulassungen lag den zwölften Monat hintereinander unter ihrem Vorjahreswert, wie der Herstellerverband ACEA am Dienstag mitteilte. Der Rückgang weitete sich im September auf 10,8 Prozent von 8,9 Prozent im August aus. Damit wurden insgesamt nur noch knapp 1.100.000 Autos verkauft. Mit Ausnahme des britischen Markts, der um 8,2 Prozent wuchs, gaben alle großen Pkw-Märkte nach: In Deutschland sanken die Neuzulassungen um 10,9 Prozent, in Frankreich um 17,9 Prozent, in Italien um 25,7 Prozent und in Spanien sogar um 36,8 Prozent. In den neun Monaten von Januar bis September 2012 ging die Zahl der Neuzulassungen um 7,6 Prozent auf 9 368 327 Autos zurück.

Der Volkswagen Konzern (VW) verzeichnete insgesamt einen Rückgang von 8 Prozent, wobei die Premiummarke Audi auf ein kleines Plus von 1,4 Prozent kam. Während BMW den Monat mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent beendete, musste Daimler einen Rückgang um 6,9 Prozent hinnehmen.

Die Opel-Mutter General Motors verzeichnete einen abermaligen Absatzeinbruch um 16,2 Prozent. Dabei schrumpfte der Verkauf der Marke Opel und Vauxhall um 15,6 Prozent. Beim französische Hersteller Renault lag das Minus bei 29,5 Prozent. Sein französischer Konkurrent PSA Peugeot Citroen (-8,1 Prozent) kam vergleichsweise glimpflich davon. Der italienische Hersteller Fiat konnte sich der schwierigen Lage im Kleinwagengeschäft ebenfalls nicht entziehen und musste einen Rückgang von 18,5 Prozent hinnehmen.

Erfreulicher als in Europa präsentierten sich nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) die Märkte in den USA und Russland. In den USA setzten die deutschen Hersteller mit 104 000 Neuwagen 17,4 Prozent mehr Autos und Pick-ups ab als im Vorjahresmonat. Der Gesamtmarkt wuchs um 12,7 Prozent auf 1,18 Millionen Fahrzeuge. Auch in Russland sei die Entwicklung weiterhin solide gewesen, hieß es vom VDA. Der Markt legte im September um gut 10 Prozent zu.

In China gab es im September nur ein leichtes Wachstum von knapp 2 Prozent. In Japan dagegen schrumpfte der Markt im September um knapp 4 Prozent, lag aber in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres noch um 41 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Kommentare (4)

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Rumpelstilzchen

16.10.2012, 09:39 Uhr

Arbeitslose und Niedriglöhner kaufen keine neuen Autos, nicht einmal gebrauchte. Zur Info, mit freundlichen Gruessen an Politik und Wirtschaft!

Hermosa

16.10.2012, 12:57 Uhr


Hochpreisiges Deutschland lässt grüßen!

Wir bezahlen in unserem eignen Land für deutsche Autos wesentlich mehr als im Ausland!

Bsp. in den USA kostet ein VW Touareg 30% weniger als hierzulande. Die currency nicht miteingerechnet!

Das ist eine Farse!


General-Investigation

16.10.2012, 13:03 Uhr

Ganz so einfach ist das alles nicht, wie man glaubt, denn mittlerweile muß man sich wirklich überlegen ob es das wert ist ein Auto zu fahren, das Kosten über Kosten verursacht und die Leistung dafür dann schon fragwürdig wird.
Fangen wir doch einmal bei ganz herkömmlichen Dingen an, dem Preis für ein Fahrzeug.Ein einigermaßen komfortables Mittelklassefahrzeug kosten zwischen 35.000 und 40.000 €, wenn man diversen Schnickschnack der Zubehörliste einbauen lässt (viele Dinge sind einfach nicht als Standdart enthalten, wie z.B. Sitzheizung), was ein anfangs günstiges Auto schnell teurer werden lässt. Dann kommt hinzu, das dieses Fahrzeug nach der ersten Fahrt schon 10% des Neupreises eingebüßt hat - wieso wird ein neues Auto plötzlich wegreißen Wert sein; ist es nach der ersten Fahrt schon so verschlissen?!
Dann kommen wir zur Haltbarkeit der Fahrzeuge, die heute im Schnitt bei gerade mal 8 jahrein liegt, was bedeutet, das ein Fahrzeug für 40.000 € erst einmal schon Jahr für Jahr 5000,- € kostet, hinzu kommen Steuern, Versicherung und Treibstoffe, jegliche Verschleißteile bis hin zu reifen und nicht zu vergessen, die Inspektionen (falls ein Garantiefall eintritt ist es notwendig in der Vertragswerkstatt gewesen zu sein). Beim Treibstoff machen wir mal der Einfachheit halber eine einfache Rechnung auf:
Literpreis: 1,70 € 15000 km Jahreslaufleistung Verbrauch 10,0 l 0 2250,- € nur für Treibstoff. Versicherungsprämie ist von jedem selbst einzurechnen. Inspektionen je nach Modell und Aufwand anders, deshalb im Schnitt 2000,- € pro Jahr inkl. Verschleißteile. Diese Positionen sind also alleine schon 10.000,- €, nur um ein wenig mobil zu sein!
Dazu erhöhen sich die Kosten mit zunehmenden Alter des Pkw's - man gibt also im Laufe des "Autolebens" 80.000 € aus! Und in der Industrie wundert man sich über stagnierende Verkaufszahlen? Idioten!!!

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