Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.10.2013

21:51 Uhr

Sinkende Verkäufe

Rückschlag für VW in den USA

Innerhalb von drei Jahren konnte VW den Absatz auf dem amerikanischen Markt verdoppeln. Doch nun müssen die Wolfsburger einen erneuten Verkaufsrückgang verdauen. Ein Rückschlag auf dem Weg zur Weltspitze.

Auf dem wichtigen US-Markt fällt VW langsam zurück. dpa

Auf dem wichtigen US-Markt fällt VW langsam zurück.

HerndonEuropas Branchenprimus Volkswagen fällt auf dem wichtigen US-Automarkt zurück. Die Verkäufe der Marke schrumpften im September um zwölf Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag an seinem US-Sitz in Herndon nahe Washington mitteilte. Es ist der kräftigste Rückgang des Autobauers in diesem Jahr. Seit Januar summiert sich das Minus auf drei Prozent.

Nach einer Verdoppelung der US-Verkäufe von 2009 bis 2012 ist bei den Wolfsburgern seit April die Luft raus - und das, obwohl der Markt insgesamt floriert. Es sind allerdings besonders Pick-up-Trucks und Geländewagen, die in den Vereinigten Staaten momentan gefragt sind. VWs wichtigste Modelle sind dagegen die Limousinen Jetta und Passat.

Auf der Automesse in Detroit im Januar hatte der Konzern die Studie eines eigenen SUV für den nordamerikanischen Markt vorgestellt. Bislang steht eine Entscheidung über den Bau dieser Geländelimousine jedoch aus. Ein Streit über die Bildung eines Betriebsrats im US-Werk Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) hatte die Situation verkompliziert.

Im September mussten allerdings auch andere Autobauer Federn lassen, auch weil der Monat zwei Verkaufstage weniger hatte als im Vorjahr. Nach Daten des Marktforschers Autodata lag das Minus bei vier Prozent. Danach verkauften alle Hersteller zusammen aber immer noch mehr als 1,1 Millionen Wagen.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Die Verkäufe der Opel-Mutter General Motors gingen um elf Prozent zurück. Der Konzern aus Detroit ist damit aber immer noch US-Marktführer mit 187 200 ausgelieferten Wagen. Zum Vergleich: Volkswagen kam auf rund 31 900 Fahrzeuge. Weltmarktführer Toyota büßte beim Absatz vier Prozent ein.

Derweil konnten andere Hersteller mehr Wagen verkaufen: Neben den US-Größen Chrysler (plus ein Prozent) und Ford (plus sechs Prozent) waren darunter auch deutsche Hersteller. Die VW-Premiummarke Audi steigerte ihren Absatz um sechs Prozent und kam damit auf einen neuen Allzeit-Bestwert für den Monat. Besonders die Nachfrage nach den Geländelimousinen Q5 und Q7 war gestiegen.

BMW samt der Kleinwagen-Marke Mini wurde acht Prozent mehr Autos los, Mercedes-Benz samt Smart und den Sprinter-Transportern kam auf ein Plus von sechs Prozent. Porsche legte um 13 Prozent zu. In den USA berichtet jedes Unternehmen eigene Daten - anders als in Deutschland, wo dies zentral über das Kraftfahrtbundesamt geschieht.

Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Designer

01.10.2013, 17:17 Uhr

Mit dem hintergrottigen Design von VW frage ich mich, warum die überhaupt noch Autos verkaufen! Mit Zuverlässigkeit alleine ist heute kein Land mehr zu gewinnen, das Design muss viel besser werden!

Aesthet

01.10.2013, 19:09 Uhr

@Designer
Zuverlässigkeit? Bei VW? Sie haben wohl noch nie einen Japaner gefahren, oder?

Aber das mit dem Design unterschreibe ich glatt, weil jedesmal, wenn ich mal wieder schwach werde und mir einen VW anschaue, scheue ich beim Design. Ist irgendwie unfertig und dabei zu glatt.

audi

01.10.2013, 19:41 Uhr

tja so ist das nun mal.

Es gibt Gewinner-Typen, die fahren Volkswagen. Und es gibt die anderen Autokäufer.

Autos haben fast nichts mehr mit Logik zu tun, sondern sind fast immer nur Repräsentaten einer gewissen inneren Idee. Und einem Loser kann man noch so viel erzählen, er will unbedingt ein auto, was zu ihm passt.

Trotzdem, Volkwagen wird bald schon Weltmarktführer sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×