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04.07.2014

15:39 Uhr

Sinkende Verkaufszahlen

VW treibt Entscheidung über neuen Geländewagen voran

VW hat in den USA mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen. Der Grund: Der für den amerikanischen Markt entwickelte Passat verkauft sich nicht mehr gut. Nun will der Konzern einen neuen Geländewagen auf den Markt bringen.

Für Volkswagen läuft es in den USA nicht rund. VW-Chef Martin Winterkorn drängt auf den Beschluss zum Bau eines neuen Modells. Reuters

Für Volkswagen läuft es in den USA nicht rund. VW-Chef Martin Winterkorn drängt auf den Beschluss zum Bau eines neuen Modells.

BerlinVW-Chef Martin Winterkorn treibt angesichts der Absatzprobleme in den USA die Entscheidung für den neuen Geländewagen für den amerikanischen Markt voran. Der Beschluss zum Bau des neuen Modells werde schon bald getroffen, kündigte Winterkorn am Donnerstagabend Rande der Präsentation des neuen Passat in Potsdam an. Einen Zeitpunkt nannte er nicht.

Ein Konzerninsider fügte am Freitag hinzu: „Das kann jetzt jeden Tag passieren.“ Das Management verhandelt intensiv mit den US-Behörden im Staat Tennessee über Subventionen. Im Gespräch sind Steuernachlässe, Zuschüsse für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern, kostenlose Grundstücke und Verbesserungen der Infrastruktur im Gesamtvolumen von mehreren hundert Millionen Dollar. Gebaut werden könnte das neue Modell aber auch in Mexiko.

VW hat in den USA mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen, weil sich der eigens für den nordamerikanischen Markt entwickelte Passat nicht mehr so gut verkauft. Gestartet mit Verkaufserfolgen nach der Markteinführung 2011 geht der Absatz inzwischen zurück, da die Konkurrenz mit günstigen Angeboten reagiert hat. Im Juni brach der Absatz des Wolfsburger Mittelklassemodells in den USA um ein Drittel ein.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Das Werk in Chattanooga ist wegen des Verkaufsrückgangs nicht ausgelastet. Deshalb dringt die Belegschaft darauf, dass der für 2016 geplante siebensitzige Geländewagen „Cross-Blue“ dort als zweites Modell vom Band läuft. Um den Zuschlag bewirbt sich auch Mexiko, wo VW ebenfalls ein großes Pkw-Werk unterhält. Volkswagen hatte die Fabrik im US-Bundesstaat Tennessee eigens für den Passat errichtet und damals schon Platz für Erweiterungen gelassen. Mit Chattanooga verbindet der Wolfsburger Konzern große Erwartungen, in den USA aus der Rolle eines Nischenanbieters mit einem Marktanteil zwischen zwei und drei Prozent herauszukommen.

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