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04.09.2013

21:19 Uhr

Sinkende Zulassungen

VW schwächelt auf dem boomenden US-Markt

Der US-Automarkt boomt und deutsche Autobauer profitieren davon. Neben Chrysler, Ford und General Motors steigerten auch Porsche, Daimler und Audi ihre Verkaufszahlen in den USA. Nur VW hat die Überholspur verpasst.

In Chattanooga (Tennessee) baut VW seine Autos für den US-Markt. dpa

In Chattanooga (Tennessee) baut VW seine Autos für den US-Markt.

DetroitDer US-Automarkt knüpft an alte Boomzeiten an: Der August war für die Branche wohl der stärkste Monat seit Beginn der jüngsten Rezession vor fast sechs Jahren. Darauf deuten die am Mittwoch veröffentlichten Absatzzahlen großer Hersteller hin. Mit Ausnahme der Marke Volkswagen profitierten auch deutsche Hersteller von dem Verkaufsaufschwung. Er bestärkt Hoffnungen auf eine Belebung der US-Konjunktur. "Die Autoindustrie bleibt ein Lichtblick in der wirtschaftlichen Erholung", sagte Toyota -Manager Bill Fay.

Die Autobauer profitieren davon, dass viele Amerikaner ihre in die Jahre gekommenen Wagen gegen neue austauschen. Im Schnitt fahren sie ihre Pkw schon elf Jahre lang. Die Verbraucher hätten zuletzt günstige Finanzierungsangebote der Unternehmen genutzt, erläuterte Fords US-Vertriebschef Ken Czubay. Insgesamt dürfte der Branchenabsatz im vergangenen Monat nach Schätzungen mehrerer Konzerne so hoch ausgefallen sein wie letztmals im November 2007.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Als Verlierer im August erwies sich VW. Die Kernmarke von Europas größtem Autohersteller musste einen Absatzrückgang von 1,6 Prozent hinnehmen. Die US-Amerikaner nahmen nur 40 342 VW-Autos ab. Seit Jahresbeginn steht für VW in den USA nun ein Absatzrückgang von 1,3 Prozent zu Buche.

Die Töchter Audi und Porsche erzielten dagegen deutliche Zuwächse: Audi meldete ein sattes Plus von 21,5 Prozent auf gut 14 000 ausgelieferte Autos. Die Sportwagentochter Porsche lieferte 3300 Wagen aus - rund 10 Prozent mehr als im August 2012.

Die Daimler-Autos der Marken Mercedes-Benz und Smart kamen in den USA im August zusammen mit den Sprinter-Lieferwagen auf gut 27 100 verkaufte Exemplare, fast 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. BMW glänzte mit einem Zuwachs von 35 Prozent auf mehr als 30 500 Wagen, wozu mehr die Kernmarke BMW als die Kleinwagen-Tochter Mini beitrug.

Platzhirsch bleibt die Opel-Mutter General Motors (GM), der die Kunden 14,7 Prozent mehr Autos abnahmen. Für GM war es der beste Monat seit September 2008, bevor sich die Finanzkrise mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers weltweit verschärft hatte. Der Ford-Konzern kam auf ein Plus von 12,2 Prozent, war mit seinen Verkäufen aber wie bereits im Juli nur die Nummer drei auf dem Heimatmarkt. An zweiter Stelle rangiert weiter das japanische Unternehmen Toyota, das einen Anstieg von 22,8 Prozent erzielte. Insgesamt kam der weltgrößte Autobauer in den USA auf gut 231 500 verkaufte Wagen. Auch für Honda und Nissan ging es um zweistellige Prozentsätze nach oben. Chrysler kam auf zwölf Prozent, Nissan auf 22 Prozent. Chrysler sprach vom besten August seit 2007.

Kommentare (3)

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ifiliz

04.09.2013, 19:58 Uhr

Hier sind die absoluten Zahlen wichtig. Wenn Audi um 21,5 % den Absatz steigern konnte, bei 10.000 verkauften Autos, ist dies nichts besonderes. Jedoch wenn GM den Absatz um 14,7% steigern konnte, bei 2,60 Mio. verkaufen Autos, ist es Weltklasse....

Spartacus

05.09.2013, 00:12 Uhr

Wenn man die Wirtschaftsberichte in den Zeitungen über die Absätze der deutschen Autobauer ließt, denkt man, das sind die größten.
Jetzt erkenne ich, das die nur Peanuts sind im Vergleich zu den Absatzzahlen der Konkurrenz.

Account gelöscht!

05.09.2013, 08:11 Uhr

boomender US-Markt??

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