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10.10.2016

16:26 Uhr

Sinkender Marktanteil

Diesel-Krise spitzt sich zu

VonLukas Bay

Der Diesel ist auf dem Rückzug. Mittlerweile ist der Anteil des Selbstzünders auf den niedrigsten Wert seit 66 Monaten gefallen, zeigt eine neue Studie. Der VW-Skandal hat das Vertrauen erschüttert.

Viele Städte denken laut über Fahrverbote für alte Dieselfahrzeuge nach. dpa

Nicht nur Greenpeace protestiert gegen den Diesel

Viele Städte denken laut über Fahrverbote für alte Dieselfahrzeuge nach.

DüsseldorfDer Verband der Autoindustrie (VDA) gibt sich derzeit alle Mühe, das Image des Diesels zu retten. „Es wäre grundverkehrt, jetzt den Diesel schlechtzureden“, erklärten die Lobbyisten zuletzt in einer offiziellen Stellungnahme. Gerade neue Euro-6-Diesel seien sparsamer und sauberer als Benziner. „Je mehr davon rasch auf die Straße kommen, desto besser für die Luftqualität“, schreibt der VDA.

Doch beim Verbraucher scheinen die Parolen der Industrie immer weniger zu verfangen. Der Anteil von Diesel-Fahrzeugen an den Neuzulassungen sinkt von Monat zu Monat. Das zeigt eine Analyse des Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Im September betrug der Anteil der Diesel-Fahrzeuge noch 44,6 Prozent und ist damit so niedrig wie zuletzt vor 66 Monaten.

Für Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts, ist das ein deutlicher Indikator, dass die Dieselkrise den Verbraucher erreicht hat. „Der Diesel ist zum Risikofaktor geworden“, sagt er. Der Skandal um manipulierte Abgaswerte stelle die Technologie insgesamt in Frage.

Veränderung der Anteile an Dieselfahrzeugen deutscher Autobauer

Platz 7: Ford

2014: 44,2 Prozent

2015: 45,4 Prozent

Januar bis August 2016: 48,3 Prozent

Differenz 2015/2016: 2,8 Prozent

Quelle: Universität Dusiburg-Essen, CAR-Center Automotive Research

Platz 6: Opel

2014: 30,9 Prozent

2015: 29,2 Prozent

Januar bis August 2016: 28,2 Prozent

Differenz 2015/2016: minus ein Prozent

Platz 5: Mercedes-Smart

2014: 54,6 Prozent

2015: 52,3 Prozent

Januar bis August 2016: 50,8 Prozent

Differenz 2015/2016: minus 1,4 Prozent

Platz 4: Audi

2014: 67,4 Prozent

2015: 68,1 Prozent

Januar bis August 2016: 66,3 Prozent

Differenz 2015/2016: minus 1,7 Prozent

Platz 3: VW

2014: 53,6 Prozent

2015: 54,5 Prozent

Januar bis August 2016: 51,5 Prozent

Differenz 2015/2016: minus drei Prozent

Platz 2: BMW-Mini

2014: 67,9 Prozent

2015: 63,2 Prozent

Januar bis August 2016: 59,4 Prozent

Differenz 2015/2016: minus 3,8 Prozent

Platz 1: Porsche

2014: 36,8 Prozent

2015: 38,9 Prozent

Januar bis August 2016: 33,2 Prozent

Differenz 2015/2016: minus 5,7 Prozent

Gesamtmarkt

2014: 47,9 Prozent

2015: 48,1 Prozent

Januar bis August 2016: 46,8 Prozent

Differenz 2015/2016: minus 1,3 Prozent

Dabei ist der Diesel vor allem bei Firmenwagen immer noch beliebter als die Benziner. Hier beträgt der Anteil noch nahezu 70 Prozent. Kein Wunder, dass der Dieselanteil bei den Premiumherstellern deutlich höher ausfällt. Bei VW-Tochter Audi sind zwei von drei verkauften Autos ein Selbstzünder, bei Daimler jedes zweite.

Anders sieht es bei Herstellern aus, die stärker auf Kleinwagen setzen. Opel hat mit rund 30 Prozent den niedrigsten Diesel-Anteil aller deutschen Hersteller. Ohnehin liegt der durchschnittliche Anteil bei Privatkunden mit 29 Prozent deutlich niedriger als im Flottengeschäft. Gerade bei Kleinwagen lohnt sich der Aufpreis für die Abgasreinigung immer weniger.

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