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21.01.2007

17:59 Uhr

Sitze im Aufsichtsrat

Porsche drängt auf mehr Einfluss bei VW

Wendelin Wiedeking hat die Porsche-Forderung nach drei Sitzen im 20-köpfigen VW-Aufsichtsrat bekräftigt. Der Porsche-Chef attackierte erneut das so genannte VW-Gesetz und forderte dessen Abschaffung. Viel hält Wiedeking indes vom neuen VW-Chef Winterkorn.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking will mehr Macht bei VW. Foto: dpa Quelle: dpa

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking will mehr Macht bei VW. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Der VW-Konzern wird nach Ansicht von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in Zukunft „wahrscheinlich unschlagbar“ sein. Voraussetzung sei, dass bei Volkswagen die hohe Technologie-Kompetenz mit ähnlich hoher Produktivität gepaart werde, sagte Wiedeking, der auch VW-Aufsichtsrat ist, dem Bielefelder „Westfalen-Blatt“. Er unterstütze die neue Organisationsstruktur mit Martin Winterkorn an der Konzernspitze hundertprozentig.

Dass der Ex-Audi-Chef Winterkorn mehrere Vorstands-Positionen gleichzeitig besetze, beurteilte Wiedeking positiv. Den Vorwurf eines neuen Zentralismus wies er zurück. „Die Marken sollen ihre Identität behalten. Doch es sind alle Synergien notwendig, damit der Gesamtkonzern auf Erfolgskurs bleibt. Nur wenn jedes Produkt Geld verdient, hilft das dem Unternehmen.“

Wiedeking bekräftigte die Porsche-Forderung nach drei Sitzen im 20-köpfigen VW-Aufsichtsrat. „Das VW-Gesetz berechtigt heute das Land Niedersachsen, zwei Mandate in den Aufsichtsrat ohne Wahl durch die Hauptversammlung zu entsenden.

Dieses Gesetz ist meines Erachtens nach nicht konform mit der europäischen Verfassung. Deshalb gehört es abgeschafft“, wird Wiedeking weiter zitiert. Porsche sei nicht seinen Anteilen entsprechend in dem Gremium vertreten. Bislang hat der Stuttgarter Sportwagenhersteller, der mit 29 Prozent an der Wolfsburger Automobilhersteller beteiligt ist, zwei Sitze in dem 20-köpfigen Aufsichtsgremium inne.

Indes plädierte der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrats, Bernd Osterloh, für eine Verlängerung der Amtszeit Ferdinand Piëchs an der Spitze des Aufsichtsrats. „Wenn Piëch aber auf der Position bliebe, würde ich das begrüßen, denn Herr Piëch ist ein ausgewiesener Autofachmann, der langfristig denkt und nachhaltig arbeitet“, sagte Osterloh im „Tagesspiegel“. „Und im Gegensatz zu anderen Topmanagern war es nie sein Ziel, Standorte zu schließen und Tausende von Arbeitsplätzen abzubauen.“

Vom neuen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn „erwarte ich, dass gerade im Bereich der Entwicklung mehr zusammengeführt wird“, sagte Osterloh der Zeitung. Zentralismus sei in bestimmten Bereichen hilfreich. „Winterkorn hat eine ganz klare Strategie, wie der Konzern sich künftig aufstellen soll. Bestimmte Segmente werden dann eben von bestimmten Marken abgedeckt. Das geht los mit einem günstigen VW- Einstiegsmodell, das womöglich unter dem Fox liegt“.

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