Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2009

13:21 Uhr

Skandal bei Satyam

Auftrieb für die Konkurrenz

VonJoachim Hofer

Vor einer Woche musste Satyam-Chef Ramalinga Raju zugeben, seine Bilanzen geschönt zu haben. Nun sitzt der Chef des IT-Dienstleisters hinter Gittern - und das Image der Inder ist schwer angeschlagen. Das dürfte vor allem großen Anbietern wie IBM helfen.

Satyam-Gründer Ramalinga Raju wurde wegen Bilanzfälschung festgenommen. Foto: dpa dpa

Satyam-Gründer Ramalinga Raju wurde wegen Bilanzfälschung festgenommen. Foto: dpa

MÜNCHEN. Der Bilanzskandal beim IT-Dienstleister Satyam hält die indische Wirtschaft noch immer in Atem. Die Konkurrenz aus dem Ausland hingegen darf sich Hoffnung auf neue Aufträge machen: Analysten gehen davon aus, dass etablierte, finanzkräftige Konzerne wie IBM oder Hewlett-Packard (HP) von den Turbulenzen in Indien profitieren werden. „Der Trend geht zu den Großen“, sagt Christophe Chalons vom IT-Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC).

Satyam-Chef Ramalinga Raju hat vergangene Woche zugegeben, die Unternehmensbilanz massiv geschönt zu haben. Deshalb sitzt der Manager jetzt im Gefängnis. Der viertgrößte indische IT-Dienstleister entwickelt Software und betreut die Computersysteme internationaler Großunternehmen. Dazu gehören der Stahlkonzern Arcelor Mittal und der japanische Autohersteller Nissan. Satyam ist auch in Deutschland aktiv und kooperiert mit Arvato Systems, einer Tochter des Medienunternehmens Bertelsmann.

„Das ist ganz klar ein Vertrauensverlust der Inder“, sagt Heinz Schick. Der Vorstand des Münchener IT-Beraters Experton Group rechnet damit, dass die Kunden deshalb noch stärker als bisher Aufträge an große, etablierte Dienstleister vergeben werden. „Gerade Mittelständler wollen keine Risiken eingehen“, so Schick.

Derzeit ist noch unklar, ob Satyam überleben wird oder am Ende die Zerschlagung steht. Eine Pleite oder gar der Komplettausfall wäre für die Kunden eine Katastrophe, da wichtige IT-Aufgaben bei dem Service-Anbieter angesiedelt sind.

IT-Dienstleistungen sind seit Jahren einer der großen Wachstumstreiber in Indien. Das Geschäft lief bis zuletzt glänzend. Gestern verkündete Indiens Nummer zwei, Infosys, einen Gewinnanstieg im vierten Quartal von einem Drittel auf 334 Mio. Dollar. Größter Anbieter in dem Schwellenland ist Tata Consultancy Services, eine Tochter der auch im Autogeschäft tätigen Tata-Gruppe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×