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03.12.2014

19:56 Uhr

Skandal bei Takata

Druck auf Airbag-Hersteller wächst

Takata stellt weltweit jeden fünften Airbag her. Eigentlich werden die Luftkissen zur Sicherheit eingebaut, defekte Produkte können aber auch zur Gefahr werden. Nun erhöht die Politik den Druck auf das Unternehmen.

Gefährliche Airbags: Mindestens fünf Menschen starben, weil in ihren Wagen Luftkissen von Takata eingebaut waren. ap

Crashtest

Gefährliche Airbags: Mindestens fünf Menschen starben, weil in ihren Wagen Luftkissen von Takata eingebaut waren.

Tokio/DetroitDer japanische Autozulieferer Takata gerät im Skandal um defekte Airbags immer stärker unter Druck. In der Heimat soll Konzernchef Shigehisa Takada zwei Insidern zufolge vom Wirtschaftsministerium vorgeladen werden und erklären, wie die Probleme gelöst werden könnten. In den USA nannte die Verkehrsaufsicht die Antwort des Unternehmens auf die Vorgaben der Behörde „enttäuschend“. Zwangsmaßnahmen und Strafen könnten die Folge sein. Am Mittwoch stand der für Qualitätsmanagement zuständige Takata-Manager dem US-Kongress Rede und Antwort. Für weiteren Druck auf die Asiaten dürfte sorgen, dass sie erste Hinweise auf Mängel schon 2003 erhielten – deutlich früher als bisher bekannt. Damals ging es um den Airbag in einem BMW.

Takata stellt weltweit jeden fünften Airbag her. Die eigentlich zur Sicherheit eingebauten Luftkissen können allerdings bei einem Unfall, teilweise auch ohne Aufprall, explodieren, so dass heiße Metallteile umherfliegen. Deswegen sind bereits mindestens fünf Menschen – alle in Wagen des Großkunden Honda – ums Leben gekommen. Mehr als 16 Millionen Fahrzeuge sind in diesem Zusammenhang weltweit in die Werkstätten beordert worden. Betroffen sind auch BMW, Ford, Chrysler und Mazda.

Die US-Behörde NHTSA hat Takata in Amerika zu einem Rückruf und Airbag-Austausch aufgefordert. Die Japaner wollen die Entscheidung aber den Auto-Herstellern überlassen. Ein BMW-Vertreter sagte, der Münchner Konzern habe unabhängige Tests eingeleitet.

Unterdessen räumte Takata ein, schon im Jahr 2003 dem Verdacht auf Mängel an den Airbags nachgegangen zu sein. Auslöser war demnach ein Vorfall mit einem BMW in der Schweiz. Auch BMW sei an der Untersuchung beteiligt gewesen. Bisher hatten die Japaner erklärt, erst seit Mai 2005 zu ermitteln – seit dem Unfall eines Fahrzeugs der Marke Honda im Jahr 2004.

Zwei mit der Situation vertraute Personen sagten, der 48-jährige Takada werde nicht vor nächstem Montag im japanischen Wirtschaftsministerium Rede und Antwort stehen. Takada führt das Familienunternehmen in dritter Generation und schickte am Mittwoch seinen Qualitätsmanager zur Anhörung im US-Kongress. Hiroshi Shimizu räumte dort fünf Tote in Folge einer Airbag-Panne ein. Bisher hatte Takata nur von drei Opfern gesprochen.

Von

rtr

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