Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.11.2011

01:03 Uhr

Skandalmedikament

US-Pharmakonzern Merck muss wieder Strafgeld zahlen

Der US-Pharmakonzern Merck nahm das Schmerzmittel Vioxx 2004 vom Markt. Bereits 4,85 Milliarden Dollar an Strafen sind beglichen. Nun muss Merck eine weitere Strafzahlung leisten, sagt das US-Justizministerium.

Der US-Pharmakonzern büßt wieder für Skandalmedikament Vioxx dpa

Der US-Pharmakonzern büßt wieder für Skandalmedikament Vioxx


Washington/Whitehouse Station Der US-Pharmakonzern Merck & Co muss wegen der Verstöße bei seinem längst vom Markt genommenen Schmerzmittel Vioxx erneut tief in die Tasche greifen. Mit der Zahlung von 950 Millionen US-Dollar (700 Mio Euro) sollen die Forderungen von Patienten und eine Strafzahlung beglichen werden, wie das US-Justizministerium am Dienstag in Washington mitteilte.

Merck bekannte sich schuldig, Vioxx als Mittel gegen Gelenkrheumatismus verkauft zu haben - bevor das Medikament dafür zugelassen war. Merck akzeptierte demnach die Strafzahlung von 321,6 Millionen Dollar (238 Millionen Euro). Hinzu kommt die Einwilligung des Konzerns 628,4 Millionen Dollar (465 Millionen Euro) zu zahlen, um Forderungen aus Zivilklagen zu begleichen. Die Zivilklagen richten sich gegen die Angaben der Firma zu möglichen Auswirkungen auf das Herz.

Merck hatte Vioxx ab 1999 als Schmerzmittel vermarktet und auch als Medikament gegen Gelenkrheumatismus. Der Konzern hatte Vioxx im Jahr 2004 vom Markt genommen, nachdem ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle festgestellt worden war. In seiner Werbung habe Merck jedoch falsche Angaben zu möglichen Risiken für das Herz gemacht, um die Verkaufszahlen weiter nach oben zu treiben, erklärte das Justizministerium. Laut der US-Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA können für den Zeitraum der fünf Jahre zwischen 88.000 und 139.000 Herzinfarkte auf die Einnahme von Vioxx zurückgeführt werden. Bis zu 40 Prozent davon seien tödlich gewesen.

Bereits 2007 hatte sich Merck zur Zahlung von 4,85 Milliarden Dollar bereit erklärt, um Klagen von mehreren tausend Patienten beizulegen. Das Medikament hatte zuvor mit jährlichen Erlösen von 2,5 Milliarden Dollar zu den umsatzstärksten Arzneien des Konzerns gezählt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×