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27.01.2004

17:36 Uhr

Industrie

So kann sich Aventis gegen eine Übernahme wehren

Der Aufsichtsrat des Straßburger Pharmakonzerns Aventis tagt an diesem Mittwoch, um über Möglichkeiten zur Abwehr des feindlichen Übernahmeangebotes von Sanofi-Synthélabo zu beraten.

HB PARIS. Aventis hat mehrere Möglichkeiten.

  • Eigenes Übernahmeangebot: Nach dem Anstieg des eigenen Aktienkurses ist Aventis derzeit wieder mehr an der Börse wert als Sanofi. Die Straßburger könnten also theoretisch versuchen, umgekehrt Sanofi zu schlucken, um das Heft bei der Fusion in der Hand zu behalten.
    Problem: Sanofi ist in der Hand der Großaktionäre Total und L'Oréal, die bis zum Ende ihres Paktes im Dezember das Kapital verriegeln.
  • Weißer Ritter: Aventis könnte einen anderen großen Pharmakonzern wie Eli Lilly oder Brystol Myers Squibb zu einem freundlichen Fusionsangebot bewegen. Zwar ginge auch dann die Unabhängigkeit des Konzerns verloren, aber Aventis könnte dabei mit die Weichen stellen.
    Problem: Die französische Regierung steht offenbar hinter Sanofi, was Konzerne aus anderen Staaten abschrecken könnte.
  • Giftpillen: Aventis könnte versuchen, sich „unverdaulich“ zu machen, indem es sehr teure Verpflichtungen eingeht oder abträgliche Verträge schließt, deren Erfüllung an den Erfolg der Übernahme geknüpft ist. Erfolgreiche Vorbilder dafür gibt es in den USA.
    Problem: Aventis hat kaum genügend Finanzkraft, um Vertragslasten zu schultern, die so schwer sind, dass sie Sanofi abschrecken könnten. Außerdem ist die Rechtslage ungünstiger als in den USA.
  • Aktionäre umwerben: Aventis kann bei seinen Anteilseignern mit Argumenten gegen eine Übernahme werben. Ansatzpunkte wären der (zu niedrige) Preis, die (zu hohen oder versteckten) Risiken bei Sanofi zum Beispiel wegen gefährdeter Patente oder Rechtsstreitigkeiten.
    Problem: Hat der Poker nur den Preis hochgetrieben, aber die Übernahme nicht verhindert, wird Sanofi auf die höheren Kaufkosten mit größeren Einsparungen auch bei Aventis reagieren. Allerdings könnten die Aventis-Manager wie bei Mannesmann/Vodafone versucht sein, sich ihren Preispoker mit Sonderzahlungen versilbern zu lassen.

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