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10.02.2015

12:00 Uhr

Social-Media-Barometer

Neuer Name, neue Gerüchte

Der deutsche Maschinenbauer DMG Mori Seiki, einst Gildemeister, macht gute Geschäfte. Doch um die Strategie der Anteilseigner ranken sich Gerüchte. Das beflügelt die Fantasie der Anleger - es wird heiß diskutiert.

Beim deutschen Maschinenbauer DMG Mori Seiki in Bielefeld kommt es derzeit zu einem Duell der Investoren. dpa

Beim deutschen Maschinenbauer DMG Mori Seiki in Bielefeld kommt es derzeit zu einem Duell der Investoren.

Nach über 140 Jahren strich der Fräsmaschinenhersteller Gildemeister seinen Namen - und nannte sich wegen der Kooperation mit dem gleichnamigen japanischen Hersteller in DMG Mori Seiki um. Unter dem neuen Namen laufen die Geschäfte bisher rund. Auch zum Jahresauftakt ist der Auftragseingang zufriedenstellend. Bei der Hausausstellung im heimischen Pfronten konnte das Unternehmen neue Aufträge in Höhe von 177,1 Millionen Euro an Land ziehen - das sind 10 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Auftraggeber kommen aus der ganzen Welt. In den USA sind die Maschinen genauso gefragt wie in China und Japan, auch wenn das Geschäft im Jahr 2015 volatil bleibe.

Das Unternehmen wird derzeit gleich aus mehreren Gründen heiß diskutiert, zeigt das Social-Media-Barometer von Handelsblatt am Dienstag: Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der Tweets und Blogeinträge über DMG Mori Seiki um 33 Prozent.

Denn nicht nur das Tagesgeschäft, auch die Anteilseigner sorgen für Gesprächsstoff. Um den Hersteller ranken derzeit mehrere Gerüchte. DMG Mori Seiki steht vor der Übernahme durch den japanischen Partner. Die Japaner halten bereits mehr als ein Viertel an DMG und wollen den Anteil auf über die Hälfte steigern. Die Offerte von 27,50 Euro je DMG-Aktie bewertet den Bielefelder Konzern mit 2,2 Milliarden Euro.

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme bereits genehmigt. Nachdem der Konzern die Übernahme Ende Januar beantragt hatte, nickte die Behörde den Kontrollerwerb bereits wenige Tage später ab, wie das Amt am Dienstag auf seiner Internetseite veröffentlichte.

Doch auch der US-Investor Elliot will von der Übernahme profitieren. Zuletzt verkündeten die Amerikaner, dass man weiterhin mehr als 5 Prozent am deutschen Maschinenbauer halte, nachdem am Freitag Gerüchte aufgekommen waren, dass der Anteil unter diese Schwelle sinken könnte.

Der Hedgefonds ist dafür bekannt, mit harten Bandagen für seine Interessen zu kämpfen. So durchkreuzte Elliott zunächst die Übernahme des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio durch den US-Pharmahändler McKesson. Die Amerikaner stockten ihre Offerte daraufhin auf, der von Paul E. Singer geführte Hedgefonds strich nach Berechnungen von Analysten 13 Prozent Gewinn ein. Bei Kabel Deutschland versucht Elliott auch mit einer Klage, eine höhere Abfindung durch Vodafone herauszuschlagen.

Die Bewertung des Übernahmeangebots ist fällt durchaus unterschiedlich aus: Für Konzernchef Rüdiger Kapitza ist die Offerte ein „Topangebot“ und versicherte, er werde dafür plädieren, keinen Cent aufzuschlagen. Analyst Thomas Rau vom Analysehaus Montega nannte das Angebot dagegen einen „Witz.“ „Sie sollten deutlich mehr als 30 Euro pro Aktie auf dem Tisch legen.“

Weitere Anteilseigner sind laut Geschäftsbericht neben dem japanischen Partner DMG Mori Seiki mit knapp 25 Prozent, die norwegische Norges Bank mit 3,85 Prozent und der französische Versicherungskonzern AXA mit 3,04 Prozent.

Von

bay

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