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28.06.2014

04:16 Uhr

Softwareprobleme

GM ordert erneut Hunderttausende Autos zurück

Die Rückrufwelle bei General Motors geht weiter: Das Unternehmen orderte knapp 430 000 Autos in den USA in die Werkstätten. Diesmal soll ein Softwaredefekt zu Problemen führen.

GM in Detroit: Zündschloss-Probleme schon viel länger bekannt dpa

GM in Detroit: Zündschloss-Probleme schon viel länger bekannt

BangaloreDie Opel-Mutter General Motors hat eine neue Rückrufwelle angekündigt. Das Unternehmen teilte am Samstag mit, betroffen seien fast 430.000 Autos in den USA, darunter auch neue Pickup- und Allradmodelle. Grund für den erneuten Rückruf seien Softwareprobleme, die dazu führen könnten, dass die Wagen auch während des Parkens automatisch in den Leerlauf schalteten und wegrollen könnten.

Der größte US-Autobauer hat wegen diverser Defekte an seinen Autos in diesem Jahr bereits 20 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordert. Im Mittelpunkt steht ein Zündschloss-Defekt, der seit Jahren im Unternehmen bekannt war und laut GM zu mindestens 13 Todesfällen geführt hat.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Am Mittwoch hatte GM erklärt, sich auf den nächsten Rückruf vorzubereiten. Diesmal geht es um Airbag-Probleme beim Chevrolet Cruze. Rund 33.000 Fahrzeuge seines Verkaufsschlagers in Nordamerika der Baujahre 2013 und 2014 müssten womöglich überprüft werden. Die Airbags stammen vom japanischen Zulieferer Takata, der selbst im Zentrum eines Rückrufskandals steht.

Von

rtr

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