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25.01.2010

18:34 Uhr

Solar

Conergy-Chef Ammer sucht Investor

VonMartin Murphy

Die Commerzbank will nicht mehr, jetzt sucht Conergy-Chef Ammer einen neuen Investor. Die Chancen dazu stehen offenbar nicht schlecht. Ein Investment in alternative Energien erscheint attraktiv.

Conergy-Vorstandschef Dieter Ammer sucht einen Investor. dpa

Conergy-Vorstandschef Dieter Ammer sucht einen Investor.

FRANKURT. Bis zur letzten Minute hat Conergy-Chef Dieter Ammer gezittert. Die Erlösung kam am Sonntagabend Seite für Seite aus dem Faxgerät. Nach einem zehn Monate langem Rechtsstreit stimmte der US-Siliziumhersteller MEMC endlich einer Neuordnung des milliardenschweren Liefervertrages zu.

Mit seiner Unterschrift unter dem 38-seitigen Vertragswerk ermöglicht MEMC-Chef Ken Hannah den Hamburgern einen Neustart. Denn in dem von Ammer im April 2009 losgetretenen Gerichtsverfahren ging es um nichts geringeres als den Fortbestand von Conergy.

Ammer spricht von einem „Befreiungsschlag", denn durch die im früheren Vertrag festgeschriebenen Rohstoffpreise war es Conergy unmöglich, rentabel seine Fabrik in Frankfurt/Oder zu betreiben. Mit den neuen Lieferkonditionen lohnt sich der Betrieb. „Unser Werk ist vom Mühlstein zum Asset geworden. Mit der derzeitigen Auslastung und den derzeitigen Preisen arbeitet das Werk profitabel“, sagte Ammer dem Handelsblatt.

Mit der Einigung mit MEMC räumt er das größte Hindernis zur Rettung des Solarkonzerns beiseite, der frühere Tchibo-Chef kann nun die nächsten Aufgaben ins Visier nehmen. Oben auf seiner Liste stehen die Gespräche mit den Banken über eine Verlängerung der Kredite in Höhe von 600 Mio. Euro. Bis Ende März will der 59-Jährige eine Vereinbarung erzielen.

Parallel dazu fahndet er nach Interessenten, die bei Conergy einsteigen wollen. Größter Aktionär ist derzeit die Commerzbank mit 37 Prozent, die aber will ihre Beteiligung lieber heute als morgen verkaufen. Denn nur um einen Totalverlust zu verhindern, hatte sich die Commerzbank an einer Kapitalerhöhung von Conergy beteiligt.

Für Conergy wäre es ideal, wenn das Aktienpaket von einem strategischen Investor erworben werden würde. „Wir richten uns so aus, dass wir eigenständig arbeiten können und zugleich so flexibel sind, dass wir für potenzielle Investoren sind.“ Zu möglichen Interessenten hält sich der Konzernlenker bedeckt.

Kommentare (27)

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Horst Balonier, Neckarstrasse 2 Pfungstadt

26.01.2010, 12:03 Uhr

Hätten die Verantwortlichen des Conergy- Vorstandes,
die vor Herrn Ammer, den ich fachlich sehr schätze, mein Schreiben zum Siliziumeinkauf ernst genommen, dann wäre dieser ca. 1- jährige Prozess mit dem
US- Siliziumhersteller MEMC in dieser Form erst gar nicht zustande gekommen. Verschiedene Photovoltaik-
Hersteller schlossen Lieferverträge mit überhöhten
Mengen, Lieferzeiträumen und Preisen ab, um angeblich die Produktionssicherheiten als Solarzellenhersteller sichern zu können. Einige gerieten sogar in Panik, weil man damals annahm, dass die vorhandenen Siliziummengen nicht ausreichen würden. Eine informationstaktik der
Si- Produzenten auf dem Weltmarkt. Ebenso setzte China alle seine Kräfte bei dem Zukauf vertraglich
ein, was den europäischen Markt irritierte. Die
inponderabilien der Weltmarktpolitik aus wie die
Stagnation der Wirtschaft, auch bedingt durch die
banken tat das Seine hinzu, was für die Solarhersteller in dieser Größenordnung nicht vorhersehbar war. Allerdings gab es einige indizien,
die ich schriftlich kommitete.

Hätte es Herr Ammer nicht geschaft, so wäre das Unternehmen CONERGY in einen ganz bedrohenden
Sturzflug gekommen, wo man sich niemals hätte erholen können. Man nahm meine gutgemeinten Ratschläge nicht ernst, ignorierte diese und glaubte, an ein risikoloses drastisches Wachstum.
Ebenso nahm man an, dass man in einer solchen
krisenhaften Situation sicherlich einen bewerber
schlucken könne, bzw. schnellstens einen investor
fände. Einfach kurzsichtig.

Aus meiner Sicht hilft diesbezüglich nur ein Großinvestor oder, dass er sich z.b. mit Q-Cells oder Solarworld über eine kaufmännisch logische
Synergiemaßnahme verbündet und diese Unternehmen
verschmelzen. Aus meiner Sicht bleibt für die nächsten Jahre keine andere Möglichkeit in diesem
Wettbewerb. Hochmut kommt vor dem Fall und kluges Handeln vor einem eventuellen größeren Desaster.

Ammer ist ein kluger Pragmatiker mit Gespür für das wesentlich Richtige. Respekt vor ihm. Seine Vorgänger sowie die zweite Ebens scheint dringend
gewechselt werden zu müssen, dass das Unternehmensschiff wieder gute Faht aufnehmen kann und eine Handbreite Wasser unter dem Kiel hat.
Das geht allerdings weiterhin nur mit einer sehr
guten Mannschaft bei Conergy.

Horst (George) balonier
Neckarstrasse 2
64319 Pfungstadt

Horst Balonier, Neckarstrasse 2 Pfungstadt

26.01.2010, 12:44 Uhr

zu: meinem 1- tem Kommentar


ich rate den Großbanken, die unbedingt die Kredite
für Conergy bereitzustellen, dass dieses Unternehmen
wieder unternehmeriche Fahrt aufnehmen kann. Das
Unternehmen hat hervoragende Mitarbeiter in der Mittleren Führungsebene, sehr gute Mitarbeiter sowie
eine absolut gute Produktpolitik. Abgesehen von einer bewundernswerten Technology, die auf dem Stand der Technik absolut funktionsfähig ist. Wer das nicht sieht scheint technisch blind zu sein.

Ammer ist ein Mann klarer Worte und ein Macher.
Sein Wort hat seit Jahren Gewicht. Er ist weder ein

Wetter- noch Sterndeuter oder Philosoph, sonders ein
hochkarätiger pragmatischer Unternehmertyp der handelt und nur das verspricht, war er halten kann. Ebenso lebt er glaubhaftes Handeln als Vorstand vor.
Deshalb meinen Respekt. Viel Glück und herzliche
Grüße nach Hamburg.

Horst (George) balonier
Neckarstrasse 2
64319 Pfungstadt

Steffen H.S, Hamburg

26.01.2010, 13:41 Uhr

Siehe auch die Kommentare bürse lässt Conergy Aktie hochschießen. Wer die klugen Kommentare von Herrn balonier gelesen hat und seine Kommentare zu banken und Unternehmen liest, sollte längst bemerkt haben,
dass er ein Fachmann für Unternehmen und Politik ist. Dies mittlerweile seit 25 Jahren.

Vor zwei Jahren hatte er sich auf Anraten einer Headhunters bei CONERGY für eine Vorstandsposition
gemeldet. Wir als Seniorberater wissen, dass seine
Unterlagen in der Personaletage eingesehen wurden.
Hans Martin Rüter registrierte nicht einmal, einen hochkarätigen Manager an board des Vorstandes zu nehmen. balonier hatte seine bedenken nach die
"FACHLEUTE" bereits vor 2 Jahren unverschnörkelt
geäußert. Er hat intuition und ist ein brillanter
berater und Manager für die banken- und Unternehmerwelt. Hätte Rüter diesen klugen Kopf
wohl besser an board genommen. Ebenso schlief die
Personalleitung. Unglaublich aber wahr.

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