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25.10.2012

10:46 Uhr

Solaranlagenbauer

Centrotherm soll nach Insolvenz an der Börse bleiben

Solaranlagenbauer Centrotherm schlägt seinen unbesicherten Gläubigern ein Tauschgeschäft vor: Forderungen sollen mit Aktien beglichen werden. Funktioniert der Insolvenzplan, machen die Schwaben 2014 wieder Gewinn.

Centrotherm soll nach beendetem Insolvenzverfahren weiter an der Börse notiert bleiben. dpa

Centrotherm soll nach beendetem Insolvenzverfahren weiter an der Börse notiert bleiben.

FrankfurtDer schwäbische Solaranlagenbauer Centrotherm soll nach dem Ende des Insolvenzverfahrens an der Börse notiert bleiben und innerhalb von zwei Jahren saniert werden. Die Aktionäre müssen sich nach dem am Mittwochabend vorgelegten Insolvenzplan aber mit einer Beteiligung von 20 Prozent zufriedengeben, wie das angeschlagene Unternehmen aus Blaubeuren bei Ulm mitteilte.

Die unbesicherten Gläubiger - vor allem Kunden, Lieferanten, Banken und Warenkreditversicherer - tauschen 70 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Centrotherm in 80 Prozent der Aktien. Die restlichen Forderungen werden bis Ende 2015 gestundet. Dem Plan müssen die Gläubiger aber noch mit Mehrheit zustimmen.

Ein solcher Tausch von Schulden in Eigenkapital ist in einem deutschen Insolvenzverfahren erst seit dem Frühjahr möglich. Der Holzverarbeiter Pfleiderer hat dieses Verfahren bei seiner Insolvenz ebenfalls genutzt, dabei gehen die Altaktionäre aber vollständig leer aus, und das bayerische Unternehmen soll vom Börsenzettel gestrichen werden.

Ähnlich wie bei Pfleiderer wollen sich die Centrotherm-Gläubiger nicht direkt beteiligen, sondern über einen Treuhänder. Auf diese Weise können sie aber von einem späteren Weiterverkauf profitieren. Formal wird der Einstieg der Gläubiger über einen Kapitalschnitt im Verhältnis 5:1 und eine anschließend Kapitalerhöhung bewerkstelligt.

An der Börse gab die Centrotherm-Aktie um zehn Prozent auf 1,29 Euro nach. Seit der Anmeldung des Schutzschirmverfahrens im Juli hat sich der Kurs aber verdreifacht.

In zwei Jahren soll die Centrotherm Photovoltaics AG nach dem Sanierungsplan wieder schwarze Zahlen schreiben. Für 2013 ist noch ein Nettoverlust von 24 Millionen Euro eingeplant, für 2014 stellt der Vorstand um den Sanierer Jan von Schuckmann 22 Millionen Euro Gewinn in Aussicht. Centrotherm war nach einem Expansionskurs in Schieflage geraten, als die Solar-Konjunktur abrupt einbrach. Von 1900 Mitarbeitern sind noch 1300 an Bord. Im Zuge der Sanierung sollen aber Firmenteile verkauft werden.

Von

rtr

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