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30.08.2011

00:00 Uhr

Solarbranche

Capital Stage rechnet mit sonniger Zukunft

VonGeorg Weishaupt

Felix Goedhart, Chef des größten unabhängigen Betreibers von Solarparks in Deutschland, investiert kräftig. Immerhin rechnet er bei seinen Solarparks mit einer Rendite von rund 15 Prozent.

Eine Solaranlage in Deutschland: Laut Capital Stage-Chef „die beste Investition in erneuerbare Energie, die man derzeit machen kann.“. APN

Eine Solaranlage in Deutschland: Laut Capital Stage-Chef „die beste Investition in erneuerbare Energie, die man derzeit machen kann.“.

BerlinViele Solarfirmen in Deutschland leiden unter dem Preisverfall und der chinesischen Konkurrenz. Nicht so das Hamburger Unternehmen Capital Stage, das kräftig in neue Solarparks in Deutschland investiert. „Wir werden dieses Jahr bei erneuerbaren Energien insgesamt die Marke von 100 Megawatt übertreffen“, sagte Vorstandschef Felix Goedhart auf der Tagung „Erneuerbare Energien“ des Handelsblatts in Berlin.

Capital Stage hat sich fast unbemerkt von der Öffentlichkeit zum größten unabhängigen Betreiber von Solarparks in Deutschland entwickelt. Bislang betreibt das Unternehmen Solar- und Windparks mit einer Leistung von 80 Megawatt (MW) in Deutschland und Italien. Damit können rund 26500 Haushalte versorgt werden. Gestern unterschrieb Goedhart den Vertrag zur Entwicklung eines weiteren Solarparks in den neuen Bundesländern.

„Wir lieben deutsche Solarparks“, sagte Goedhart. „Das ist die beste Investition in erneuerbare Energie, die man derzeit machen kann.“ Er verweist auf die immer noch attraktive Einspeisevergütung, die der Betreiber einer Solaranlage für den eingespeisten Strom erhält. Zugleich sind die Preise für Solarmodule seit 2010 kräftig gefallen - von etwa 1,30 Euro pro Watt auf nur noch 0,90 Euro. So rechnet Goedhart für Capital Stage bei den Solarparks mit einer Rendite von rund 15 Prozent.

Über die Rendite freuen sich die Aktionäre der Capital Stage AG. Zu ihnen gehören der Hamburger Unternehmer Albert Büll, der mehr als 40 Prozent der Anteile hält. Außerdem sind Peter-Alexander Wacker von Wacker Chemie, Jörn Kreke, Aufsichtsratsmitglied von Capital Stage und Ex-Vorstandschef der Douglas-Holding, sowie die Hamburger Verlegerfamilie Jahr beteiligt.
Goedhart rechnet in diesem Jahr damit, dass „der Umsatz von rund 13 Millionen auf rund 30 Millionen Euro steigt“. Er rechnet mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von deutlich mehr als 6,5 Millionen Euro. Diesen Betrag hat Capital Stage mit einem kleinen Team von elf Mitarbeitern bereits Ende des ersten Halbjahrs erreicht.

Gemessen am Umsatz ist Capital Stage verglichen mit anderen Solarfirmen zwar noch klein. Aber bei der Marktkapitalisierung hat das Unternehmen einige Konkurrenten - gemessen an den Kursen von Freitag - überholt. So liegt es mit rund 84 Millionen Euro nach eigenen Berechnungen zum Beispiel vor Solon, SAG Solarstrom und Solar Millennium.

Die derzeit günstigen Kaufkurse vieler Solarfirmen will Goedhart aber „nur sehr selektiv nutzen“. Capital Stage plant nicht, bei einem der notleidenden deutschen Solarunternehmen einzusteigen. „Wir können uns höchstens eine Beteiligung im Photovoltaikmarkt für Dienstleistungen, Handel und Vertrieb vorstellen“, so der Chef von Capital Stage.

Das Unternehmen war mal an Conergy, dem Hamburger Hersteller von Solarmodulen, beteiligt. Aber es verkaufte die Beteiligung bereits in den Jahren 2006 und 2007 mit Gewinn, bevor Conergy zum ersten Mal in größere Schwierigkeiten geriet. Inzwischen hat Capital Stage aber die Schweizer Solarthermie-Tochter von Conergy übernommen.

Um die Rendite hochzuhalten, will Capital Stage künftig nicht nur fertige Solarparks kaufen, sondern bereits in die Entwicklung solcher Parks einsteigen. Das Unternehmen will genehmigte Projekte kaufen und dann Finanzierung, Wahl des Projektpartners sowie den Einkauf der Solarmodule selbst steuern.

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