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05.01.2010

08:27 Uhr

Solarbranche

Solarworld übertrifft die Milliardengrenze

Solarworld steht glänzend da. Das Photovoltaik-Unternehmen hat 2009 die eigene Umsatzprognose übererfüllt und zum ersten Mal die Milliardengrenze geknackt. Aber es ziehen dunkle Wolken auf.

Solarzellenfertigung von Solarworld. Quelle: dpa

Solarzellenfertigung von Solarworld.

HB DÜSSELDORF. Solarworld hat das für die Branche schwierige Jahr 2009 besser gemeistert als vom Markt erwartet. Trotz des Preisverfalls erreichte der Bonner Konzern sein Umsatzziel - und überwand dabei erstmals die Milliardengrenze. Als Grund für die Zuwächse nannte Firmenchef Frank Asbeck am Dienstag im Reuters-Interview den Nachfrageboom zum Jahresende. „Wir haben den Mengenausstoß um mehr als ein Drittel gesteigert“. Es zeichne sich ab, dass dieser Trend auch im neuen Jahr anhalte. Das erfreute die Anleger und ließ sie zugreifen: Die Solarworld-Aktie legte um über fünf Prozent auf 16,46 Euro zu.

Wie Solarworld mitteilte, legten die Erlöse nach ersten Berechnungen 2009 binnen Jahresfrist um 100 Mio. auf 1,01 Mrd. Euro zu. Damit setzte der Konzern im Abschlussquartal rund 380 Mio. Euro um, 150 Mio. mehr als im dritten Quartal. „Die vorläufigen Umsatzzahlen für 2009 haben unsere Erwartungen und die des Marktes leicht übertroffen“, kommentierte Equinet-Analyst Sebastian Growe. Er hob sein Kursziel auf 18 Euro von 15,50 Euro und bekräftigte die Einstufung „Accumulate“.

Zum Jahresgewinn 2009 machte Asbeck keine Angaben, kündigte aber eine Dividende mindestens auf Vorjahreshöhe an: „Die Dividende wird sicher nicht unter dem Vorjahr liegen“, betonte er. Für 2008 hatten die Anteilseigner 15 Cent je Aktie erhalten. Einen Ausblick auf das soeben gestartete Geschäftsjahr wagte er indes nicht. Zunächst müsse die internationale Preisentwicklung und die Förderpolitik in Deutschland abgewartet werden.

Der Preisverfall bei Solarmodulen hatte den Gewinn der Bonner Firma in den ersten neun Monaten einbrechen lassen. Nach Angaben von Asbeck musste ein Preisverfall von 25 Prozent verkraftet werden. Seit Herbst 2008 kämpft die bis dato erfolgsverwöhnte Solarbranche mit Überkapazitäten. Einige Firmen wie Q-Cells und Solon rutschten nach Jahren des rasanten Wachstums sogar in die Verlustzone. Aber auch bei Solon machte sich zum Jahresende eine höhere Nachfrage bemerkbar. „Das vierte Quartal war gut und hat das dritte getoppt“, sagte eine Sprecherin. Es gebe zudem - anders als im vergangenen Jahr - erste Bestellungen für das Auftaktquartal 2010. Die Nachfrage liege auf relativ hohem Niveau.

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