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14.07.2011

00:00 Uhr

Solarenergie

Mehrheit an Conergy jetzt bei Hedge-Fonds

VonMartin Murphy , Martin Murphy

Finanzinvestoren um York Capital haben mit Hilfe einer Kapitalerhöhung 60 Prozent des Solarunternehmens übernommen. Die Commerzbank verliert durch diesen Zug ihren Status als größten Anteilseigner.

Das Logo der Conergy AG. Quelle: dapd

Das Logo der Conergy AG.

FrankfurtBeim Solarkonzern Conergy werden künftig Finanzinvestoren das Sagen haben. Nach einer Restrukturierung der Schulden wird ein Verbund aggressiver Investoren um den Hedge-Fonds York Capital die Mehrheit an dem Hamburger Unternehmen halten, wie aus einer Mitteilung der Conergy AG hervorgeht.

Der einst größte Solarkonzern Europas ist hochverschuldet und muss seine Verbindlichkeiten reduzieren, um die Gefahr einer Pleite einzudämmen. Mit seinen Gläubigern - Hedge-Fonds um York Capital sowie Deutsche Bank, BNP Paribas und Barclays - einigte sich Conergy daher auf eine Herabsetzung des Grundkapitals mit anschließender Kapitalerhöhung. Die Zahl der Aktien sinkt in einem Schritt von 400 auf 50 Millionen und steigt dann mit der Kapitalerhöhung auf 240 Millionen.

Kaufen bei einer solchen Aktion die Altaktionäre die neuen Papiere nicht, also gehen sie die Kapitalerhöhung nicht mit, verlieren sie an Einfluss. Genau dies ist nun bei Conergy passiert. Lediglich sieben Prozent der neuen Aktien wurden von den Anteilseignern gezeichnet, wie ein Konzernsprecher sagte.

Die Gläubiger von Conergy tauschen nun Schulden der Gesellschaft in Conergy-Aktien um - und gelangen so nach Abschluss der Transaktion an rund 60 Prozent des Unternehmens. Damit lösen sie die Commerzbank als größten Anteilseigner ab. Die Beteiligung des Frankfurter Bankhauses wird von 29 Prozent auf unter zehn Prozent fallen.

Die Machtübernahme bei Conergy hatten die Finanzinvestoren von langer Hand vorbereitet. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatten Hedge-Fonds sowie einige Banken Kredite des Solarunternehmens von anderen Finanzinstituten erworben. Diese hatten ihre Kredite aus Furcht vor einem Totalausfall mit einem Abschlag verkauft.

Ziel der Finanzinvestoren war die nun erfolgte Umschuldung, mit der sie die Mehrheit an dem Unternehmen erlangen konnten. Zu ihren Plänen haben sich die Investoren bislang bedeckt gehalten. In Finanzkreisen wird aber erwartet, dass die neuen Großaktionäre schon sehr bald in die Firmenpolitik eingreifen werden.

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