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06.10.2011

09:25 Uhr

Solarhybrid übernimmt

Solar Millennium gibt US-Projekte auf

Der kriselnde Kraftwerksentwickler Solar Millennium verabschiedet sich von seinem Vorzeigeprojekt im kalifornischen Blythe. Die Pläne für den weltgrößten Solarkraftwerksstandort wird nun die Konkurrenz vorantreiben.

Die Kollektorenfläche eines solarthermisches Kraftwerks der Solar Millenium AG in Kalifornien. dpa/picture alliance

Die Kollektorenfläche eines solarthermisches Kraftwerks der Solar Millenium AG in Kalifornien.

DüsseldorfDer in die Bredouille geratene Kraftwerksentwickler Solar Millennium zieht sich aus seinem US-Geschäft zurück und überlässt Konkurrent Solarhybrid das Feld. Solarhybrid kündigte am Donnerstag an, die US-Projektgesellschaften der Solar Millennium mit einer Pipeline von 2,25 Gigawatt (GW) übernehmen zu wollen. Dazu gehört auch das einstige Vorzeigeprojekt im kalifornischen Blythe, wo ursprünglich für Milliarden-Summen der größte Solarkraftwerksstandort der Welt entstehen sollte.

Der Kauf stehe unter dem Vorbehalt des endgültigen Abschlusses einer bereits fortgeschrittenen Unternehmensbewertung (Due Dilligence). Eine erste Kaufpreiszahlung sei am 4. Oktober geflossen. Zu Details der Vereinbarungen sei allerdings Stillschweigen vereinbart worden.

Die in die Verlustzone geratene Solar Millennium hatte bereits im August eine technologische Kehrtwende bei ihren US-Vorhaben eingeläutet. Statt milliardenschwerer solarthermischer Großkraftwerke, bei denen Sonnenenergie Wasser erhitzt und deshalb gespeichert werden kann, sollten in Kalifornien und Nevada nun kleinere Photovoltaik-Anlagen gebaut werden. Zur Begründung hieß es, nach dem Preisverfall bei Solarmodulen sei die Nachfrage in den USA nach Photovoltaik stärker als nach Solarthermie.

Ursprünglich sollte in Blythe der Pilot für das Wüstenstromprojekt Desertec entstehen. Auf einer Fläche von 24 Quadratkilometern sollten in den kommenden Jahren vier Parabolrinnenkraftwerke mit jeweils 242 MW gebaut werden, die deutlich effizienter sind als PV-Kraftwerke, vor allem wegen ihrer Speicherfähigkeit. Diese Pläne und die Aussicht auf sprudelnde Einnahmen hatten seinerzeit den Börsenkurs von Solar Millennium beflügelt. Nach deren Absage brach der Kurs um mehr als zwei Drittel ein.

Von

rtr

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