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10.11.2011

14:06 Uhr

Solarindustrie

Sonnenbranche wird zum Verlierer der Energiewende

Der Boom ist vorbei, die Solarindustrie bläst Trübsal. Auch Conergy, Centrotherm und Phoenix Solar legen rote Zahlen vor. Grund zur Freude hat allein die preisgünstige Konkurrenz aus Asien.

Photovoltaik-Anlage in Thüringen: Die deutsche Solarbranche steckt im Tief. dpa

Photovoltaik-Anlage in Thüringen: Die deutsche Solarbranche steckt im Tief.

DüsseldorfDie neue Aufbruchstimmung nach dem verkündeten Atomausstieg ist vorbei. Die deutsche Solarindustrie droht zum Verlierer der Energiewende zu werden. Gekürzte Subventionen senken die Nachfrage, die Unternehmen können ihre Bestände nicht abbauen und die Konkurrenz aus Asien produziert wesentlich günstiger. Mit Conergy, Centrotherm und Phoenix Solar legten am Donnerstag drei weitere Branchenvertreter rote Zahlen vor.

Bei einem Umsatzrückgang um rund 35 Prozent auf 182,4 Millionen Euro verbuchte Conergy im dritten Quartal einen operativen Verlust (Ebit) von 105 Millionen Euro nach einer Million Gewinn vor Jahresfrist. Außerplanmäßige Abschreibungen von knapp 70 Millionen Euro im Zuge von Umstrukturierungen in der Fabrik in Frankfurt/Oder hätten zu dem hohen Minus geführt.

Eine Trendwende scheint auch 2012 nicht in Sicht, weshalb das Solarunternehmen - bei dem Ende Februar auf eigenen Wunsch Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf seinen Hut nimmt - mit zusätzlichem Personalabbau in der Verwaltung gegensteuern will. Der Konzern gibt die Produktion von Solar-Wafern und Zellen auf, die asiatische Wettbewerber zu Billigpreisen auf den Markt werfen, und verlegt sich auf die Fertigung von Module. Fixkosten sollen so deutlich reduziert werden.

Verluste sind in der Branche mittlerweile an der Tagesordnung - selbst beim lange erfolgsverwöhnten Solar-Anlagenbauer Centrotherm. Eine Besserung sieht Finanzvorstand Thomas Riegler derzeit nicht. „2012 wird erneut ein schwieriges Jahr“, prophezeite er am Donnerstag. Er hoffe auf eine rasche Marktbereinigung. „Die Schwachen müssen herausgeschüttelt werden.“ Dann könne es wieder aufwärtsgehen.

Centrotherm fuhr einen Quartalsverlust von knapp 21 Millionen Euro ein, obwohl der Umsatz um 15 Prozent auf 207 Millionen Euro stieg. Zwei asiatische Kunden - darunter ein Staatsbetrieb - hätten die Endabnahme von Anlagen und damit die Zahlungen hinausgeschoben. Abschreibungen seien die Folge.

Auch die Solartechnikfirma Phoenix Solar kam im dritten Quartal trotz Umsatzsteigerungen nicht aus den roten Zahlen. Auch Firmen-Chef Andreas Hänel nannte als Grund den beschleunigten Preisverfall bei Solarmodulen. Abschreibungen auf Lagerbestände waren die Folge. „2011 war das schlimmste Jahr, das die Industrie je gesehen hat“, sagte er. Er will mit Personalkürzungen und Konzentration auf margenstarke Bereiche 2012 wieder profitabel werden. Dank starker Auslandsgeschäfte stieg der Umsatz im dritten Quartal um 18,7 Prozent auf 113,1 Millionen Euro. Netto schlug ein Minus von 19 (Vorjahr: plus 2,3) Millionen Euro zu Buche.

Kommentare (7)

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Energiewende

10.11.2011, 14:24 Uhr

Warten wir mal ab!

Die Photovoltaikbranche hat sicher - entgegen der aktuellen Stimmungslage - noch eine sehr große Zukunft vor sich. Die eigentliche Boomphase wird erst noch kommen, wenn die Wirkungsgrade der Module immer besser werden und die Preise im Vergleich zu herkömmlichen Energieträgern noch konkurrenzfähiger.
Bis dahin werden viele Unternehmen nicht mehr auf dem Markt sein, da sie entweder zu größenwahnsinnig waren oder technisch hinterherhinken.
Überleben werden diejenigen, die fundamental gut aufgestellt sind, die exzellente Produktionstrukturen vorweisen können und die sich die richtigen Vertriebswege gesichert haben.

Favoriten sind hier nicht die (ehemals) großen der Branche, sondern eher Perlen wie z.B. die deutsche CENTROSOLAR Group, im Endkundengeschäft und die CENTROTHERM bei den Ausrüstern..

Die Chinesen können den Markt nur kurzfristig - durch Preisdumping - durcheinander bringen. Ihnen fehlt die westliche Denkweise, das Image und vor allem - die Fähigkeit selbst die Innovationsrichtung zu bestimmen. Uns solange die wichtigsten Abnehmermärkte Europa und Nordamerika sind, habe auch die Chinesen keine wirklichen Kostenvorteile, wegen der erheblichen Transportkosten.

Photovoltaik hat seine strahlende Zukunft noch vor sich.

Upmann

10.11.2011, 16:16 Uhr

Der Artikel ignoriert leider, dass die Renditen zumindest bis zur nächsten Förderkürzung im Januar sehr gut sind. Der Markt müsste insofern eigentlich gerade durch die Decke gehen, was den darbenden Solarunternehmen dann helfen müsste. Und die neuesten Nachrichten aus den USA, wonach eine von SolarWorld geführte Klage beim US-Handelsministerium gegen Billig-Dumping aus China angenommen wurde, dürfte die Situation auf den Märkten auch verändern (zum Positiven für deutsche Firmen!). Es ist nur noch eine Frage derzeit, bis ähnliche Klagen auch in Europa angestrebt werden.

Mazi

10.11.2011, 17:06 Uhr

Das darf doch garnicht wahr sein. Ist doch diese Branche das Aushängeschild der GRÜNEN oder "haben die schon fertig"?

Bedenkt man die Tatsache, dass "Gottvater" der GRÜNEN (J. Fischer) auch schon zur RWE übergelaufen ist, muss man sich ohnehin fragen, was sind das für Leute?

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