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03.03.2011

23:41 Uhr

Dieses Solarkraftwerk in Granada hat Solar Millennium bereits entwickelt. Quelle: Paul-Langrock.de Agentur Zenit +DLR

Dieses Solarkraftwerk in Granada hat Solar Millennium bereits entwickelt.

München/ErlangenSolar Millennium will das größte Solarkraftwerk der Welt bauen, meldet aber rote Zahlen.

Rote Zahlen für den Solarkraftwerkbauer Solar Millennium: Im Geschäftsjahr 2009/2010 (31. Oktober) fuhr das Unternehmen unterm Strich ein Minus von 10,4 Millionen Euro ein - nach einem Überschuss von 34,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Grund waren Verzögerungen bei den Finanzierungsabschlüssen für das US-Solarkraftwerk Blythe. Doch der Bau habe nun begonnen, sagte Vorstandschef Christoph Wolff am Donnerstag in München. Entstehen soll das größte Solarkraftwerk der Welt.

Das Besondere bei Solar Millennium ist, dass die Projekte den Umsatz bei weitem übertreffen. Im vergangenen Geschäftsjahr brach der Umsatz von knapp 160 Millionen Euro 2008/2009 um mehr als die Hälfte auf 73,2 Millionen Euro ein. Die Betriebsleistung, in die neben den Erlösen auch Bestandsveränderungen wie Verkäufe oder sonstige betriebliche Erträge einfließen, sank von 220 auf 186,4 Millionen Euro.

Weil sich die Finanzierungsabschlüsse für das gigantische US-Projekt verschoben, konnten die entsprechenden Umsätze nicht mehr im abgelaufenen Geschäftsjahr verbucht werden. Die entsprechenden Erlöse sollen nun zum größten Teil auf das laufende Geschäftsjahr entfallen. Mit einem Abschluss der Gesamtfinanzierung werde im Spätsommer 2011 gerechnet.

Die Investitionen für die beiden ersten der vier geplanten solarthermischen Kraftwerke mit insgesamt 1000 Megawatt Leistung am Standort Blythe betragen 2,8 Milliarden Dollar (rund zwei Mrd Euro). Davon trage das US-Energieministerium etwa 2,1 Milliarden Dollar, von den verbleibenden 700 Millionen Dollar trage Solar Millennium 10 bis 20 Prozent, sagte Finanzvorstand Oliver Blamberger. Auf Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr werde sich dies „signifikant“ auswirken, 2010/2011 werde schwarze Zahlen bringen. Eine genaue Prognose gab es nicht.

Für Unsicherheit sorgt weiter der Rechtsstreit mit Ex-Vorstandschef Utz Claassen. Der Prozess sei für den 29. März geplant, sagte der Nürnberger Justizpressesprecher Thomas Koch. Der nach nur 74 Tagen von seinem Amt zurückgetretene Claassen will mit der Klage die Rechtmäßigkeit seiner Kündigung feststellen lassen. Claassen habe auch auf eine Abfindung von rund 7,1 Millionen Euro geklagt, sagte seine Sprecherin. Das Geld wolle der Manager in eine Stiftung zur Erforschung erneuerbarer Energien einbringen.

Solar Millennium beurteilte es als unwahrscheinlich, die Forderung erfüllen zu müssen. Rückstellungen seien daher nicht gebildet worden, sagte Blamberger. Nach Angaben des Unternehmens hatte eine 9,0-Millionen-Euro-Antrittsprämie für Claassen das Ergebnis belastet. Seine Sprecherin sagte dazu, Claassen habe es satt, wahrheitswidrig „dafür herhalten zu müssen, dass das Unternehmen seine Ziele nicht erreicht“.

dpa

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