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12.01.2007

13:07 Uhr

Solarwerte in Mitleidenschaft gezogen

Conergy gibt Gewinnwarnung

Lieferverzögerungen haben Conergy die Finanzziele für das vergangene Jahr durchkreuzt. Deshalb fielen Umsatz und Gewinn unter deutlich unter die Erwartungen. Das blieb auch auf die anderen Solarunternehmen nicht ohne Einfluss.

HB FRANKFURT. Zulieferer hatten dem Solaranlagenbauer Bauteile nicht rechtzeitig zukommen lassen, Folge waren Umsatzverschiebungen und ein Gewinn unter den Erwartungen. Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Conergy-Aktie am Freitag auf Talfahrt. Die Anteilsscheine fielen um mehr als sechs Prozent auf 45,40 Euro und führten mit Abstand die Verliererliste im Technologieindex TecDax an. Auch andere Solarwerte wurden von der Conergy-Gewinnwarnung in Mitleidenschaft gezogen und gaben deutlich nach. Vor Conergy hatte schon der Solarzellenhersteller Ersol im November seine Ergebnisprognose wegen Lieferschwierigkeiten des für die Firma wichtigen Vorproduktes Wafer gesenkt.

Für 2006 wies Conergy am Donnerstagabend nach Börsenschluss einen Umsatzanstieg von über 40 Prozent auf mehr als 750 Mill. Euro aus. Angestrebt waren aber 800 Mill. Euro. „Lieferverzögerungen bei Solarmodulen und Windrädern haben zu Projekt- und entsprechenden Umsatzverschiebungen in Höhe von rund 53 Mill. Euro in das Jahr 2007 geführt“, erläuterte das Hamburger Unternehmen. Dies habe zur Folge, dass der Jahresüberschuss zwar über dem Vorjahreswert von 27,8 Mill. Euro, aber unter den bisherigen Erwartungen von 40 Mill. Euro liege. Conergy erzielt wegen seines stark saisonabhängigen Geschäfts rund 50 Prozent seiner Erlöse im vierten Quartal.

Die Analysten der West-LB stuften ihre Anlageempfehlung für die Conergy-Aktie nach der Gewinnwarnung auf „Hold“ von „Buy“ zurück. Conergy habe im Grunde sein gesamtes Wachstum außerhalb Deutschlands erzielt und einen beträchtlichen Anteil mit Produkten außerhalb der Photovoltaik. „Das bedeutet für uns, dass auf Deutschland fokussierte Photovoltaik-Firmen immer noch eine Menge Probleme haben“, kommentierte West-LB-Analyst Marc Koebernick. Zu Schaffen gemacht hatte den Solarunternehmen im zweiten Halbjahr 2006 eine Kaufzurückhaltung in Deutschland wegen der stark gestiegenen Preise von Solarmodulen. Conergy hatte deswegen im dritten Quartal in Deutschland einen Umsatzrückgang von gut sieben Prozent verzeichnet.

Durch die verschobenen Geschäfte sollen Umsatz und Gewinn bei Conergy im laufenden Jahr höher ausfallen als erwartet. „Der Ergebnisbeitrag wird 2007 nachgeholt und zu einem entsprechend höheren als dem bisher geplanten Jahresüberschuss in Höhe von 60 Mill. Euro führen“, stellte Conergy in Aussicht. Auch der Umsatz soll stärker zulegen als bislang angestrebt, und zwar um über 60 Prozent auf etwa 1,25 Mrd. Euro. Der im Januar vorliegende Auftragsbestand habe sich gegenüber dem Vorjahresniveau auf 813 Mill. Euro mehr als verdreifacht. Der Gewinn soll sich 2007 überdurchschnittlich verbessern. Dazu soll unter anderem das weiter wachsende Auslandsgeschäft beitragen, dessen Anteil am Konzernumsatz 2006 stärker gestiegen war als erwartet, nämlich auf 38 (2005: 14) Prozent. Zudem erwartet Conergy höhere Erträge in den Bereichen Solarthermie und Bioenergie.

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