Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.05.2013

15:27 Uhr

Solarworld-Chef

Asbeck will Millionen in Firmenrettung investieren

VonJürgen Flauger, Martin Murphy

ExklusivFrank Asbeck, der Firmengründer von Solarworld, will sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag an der Rettung seines Unternehmens beteiligen. Zudem macht er Hoffnung auf Investitionen aus Katar.

Solarworld-Chef Frank Asbeck will einen Millionenbetrag investieren, um sein Unternehmen zu retten. dpa

Solarworld-Chef Frank Asbeck will einen Millionenbetrag investieren, um sein Unternehmen zu retten.

BonnSolarworld-Chef Frank Asbeck will sich an der Rettung des angeschlagenen Solarkonzerns finanziell beteiligen. „Ich plane, einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren“, sagte der Firmengründer dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Um das Überleben von Solarworld zu sichern, sollen die Schulden um 60 Prozent auf 350 Millionen Euro gesenkt werden. Für den Verzicht auf ihr Geld sollen die Gläubiger neue Aktien des Bonner Unternehmens erhalten.

Der Anteil von Hauptaktionär Asbeck wird von derzeit 28 auf dann 1,4 Prozent zunächst verwässert. Er betonte, dass er durch den Kauf neuer Aktien seine Beteiligung anschließend „signifikant“ erhöhen werde. Laut Finanzkreisen soll der Anteil wieder bei über 20 Prozent liegen. Asbeck bestätigte Gespräche mit Katar Solar Technologies. „Unser Joint Venture-Partner in Katar ist interessiert, sich als zweiter Investor neben mir an Solarworld signifikant zu engagieren.“

Der Firmengründer verteidigte in dem Interview den Kauf eines Schlosses von Thomas Gottschalk, der just in dem Moment bekannt wurde, als Solarworld seine finanzielle Misere einräumen musste. „Natürlich macht sich eine Schlagzeile à la „Der Sonnengott mit seinem Schloss“ gut, aber das ist meine Privatsache.“ Andere Vorstandsvorsitzende wohnten auch nicht in einer Zweizimmer-Wohnung. „Das Schloss war ein richtiges Denkmal-Schnäppchen, aber verraten Sie es nicht Thea Gottschalk“, sagte Asbeck.

Solarworld ist mit dem durch Billigimporte aus China ausgelösten Preisverfall für Solarmodule in finanzielle Nöte geraten. Parallel zu den Gesprächen über den Schuldenschnitt kämpft Asbeck im Verbund mit anderen europäischen Solarfirmen für Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Module. „Es gibt keinen freien Handel, solange China dumpt und subventioniert, was das Zeug hält.“ Europa müsse dagegen halten, sonst werde eine Industrie nach der anderen aufgerollt. „Erst Solar, dann Telekommunikation und dann der Maschinenbau.“

Den gesamten Artikel können Sie ab 20 Uhr in der Live-App lesen.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pappalapapp

30.05.2013, 17:42 Uhr

Asbeck: „Ich plane, einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren“
Investieren heißt, Kapital zwecks Vermehrung desselben (für sich selbst) einzusetzen.
Von Rückgabe des unrechtmäßig abgegriffenen Vermögens ist natürlich keine Rede. Daß im Laufe des gewesenen Geschäftsprozesses viele (wie üblich gutgläubige) Investoren über Aktien und Anleihen übervorteilt wurden, spielt in unserer "sozialen Marktwirtschaft" keine Rolle, weil die Politiker einfach "vergessen" haben, Schutzmechanismen gegen solch unmoralisches Geschäftsgebaren aufzubauen. Aus diesem Grunde sind viele Vermögen auf Firmenpleiten begründet.
Richtig wäre, auf die "investierten" Almosen zu verzichten und solche Bankrotteure zu enteignen und solange, bis zum Schadensausgleich, einzubuchten.

pv-fan

30.05.2013, 18:15 Uhr

wer im glashaus sitzt ...
http://www.pv-magazine.com/news/details/beitrag/case-calls-on-casm-to-disclose-subsidies_100006170/#axzz2UnEvQMOv

vandale

30.05.2013, 18:15 Uhr

Die Zeit von Herrn Asbeck und Solarworld sind abgelaufen.

Im Nahen Osten gibt es immer wieder Geschäftsleute mit Geschick die sich an einen Herscher, oder Familie anhängen und in dessen Schlepptau zu Milliardären werden. Beispiele sind die Bin Laden Familie und diverse Familien in Ägypten. In Deutschland war dies in den vergangenen 100 Jahren seltener. Herr Asbeck hat sich an die Grünen gebunden, soll das EEG Gesetz für die Grünen entworfen haben, hat die politische Landschaft sehr grosszügig gepflegt.

Nachdem die Chinesen bereits die Marienfiguren schnitzen und andere religiöse Symbole fertigen, bot es sich aufgrund der Kompetenz in Elektronik an auch die ökoreligiösen Solarmodule zu fertigen.

Mittlerweile sind die meisten Staaten Europas finanziell in Bedrängnis und werden die Subventionen für Solarstrom eher reduzieren denn erhöhen. Asiatische Unternehmen können Solarmodule günstiger fertigen als Solarworld.

Eine entschuldete Solarworld mag kurz aufblühen, aber früher, oder später wird wiederum die Insolvenz dem Unternehmen ein Ende setzen.

Herr Asbeck, die Gläubiger und Aktionäre wären besser beraten das Unternehmen zu liquidieren. Herr Asbeck könnte dann in seinem Oekoporsche von Schloss zu Schloss fahren und in Erinnerungen schwelgen.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×