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24.05.2012

16:07 Uhr

Solarworld-Gründer

„Sonnenkönig“ Asbeck macht Anlegern Mut

Auf der Hauptversammlung von Solarworld spricht Vorstandschef Asbeck von einer Branchenkrise. Sein Unternehmen leide zwar, sei aber gut aufgestellt. Asbeck kündigt einen Personalabbau an - und schießt gegen die Chinesen.

Unternehmensgründer Frank Asbeck macht den Solarworld-Anlegern Mut. dpa

Unternehmensgründer Frank Asbeck macht den Solarworld-Anlegern Mut.

BonnDie Aktionäre von Solarunternehmen haben derzeit nichts zu lachen. Die Kurse sind im Keller, einigen Firmen ging die Luft aus. Eine gute Stimmung war deshalb auch auf der Hauptversammlung von Solarworld in Bonn kaum zu erwarten. Doch die Kritik beim Branchenprimus war gedämpft und für Vorstandschef Frank Asbeck gab es sogar Beifall.

Der Unternehmenschef kündigte wegen des anhaltenden Preiskampfs in der Photovoltaik-Branche gleich einmal an, die Kosten weiter zu senken. Es werde Einsparungen in der Logistik und der Produktion geben, sagte Asbeck. „So ist es möglich, bis zu zehn Prozent des Personals zu reduzieren, wozu auch Leiharbeiter gehören.“

Aktuell beschäftigt Solarworld 3300 Mitarbeiter, davon 2200 am ostdeutschen Produktionsstandort Freiberg. Bereits 2011 hatte Asbeck dem Preiskampf Tribut gezollt und alte Fertigungslinien in Deutschland und den USA stillgelegt. Damals mussten 500 Mitarbeiter den Hut nehmen.

Wegen des Preisverfalls und hoher Abschreibungen hatte Solarworld 2011 bei einem Umsatzrückgang auf rund eine (1,3) Milliarde Euro einen Fehlbetrag von knapp 300 Millionen Euro verbucht. Operativ lag das Minus bei 233,2 Millionen Euro. Trotz roter Zahlen erhalten die Aktionäre für 2011 wenigstens eine Dividende von neun Cent pro Aktie, das ist etwa die Hälfte der Vorjahres-Ausschüttung (19 Cent).

Großinvestoren sind abgesprungen und vielen Kleinaktionären sind die Sorgen ins Gesicht geschrieben. Wer als Aktionär bis jetzt durch das Tief ausgehalten habe, der stehe auch weiter zum Unternehmen und setze auf eine bessere Zukunft, sagte Roland Klose von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW).

Der Anker der Hoffnung ist nicht zuletzt Asbeck, das sagte auch Klose. In früheren Jahren hatte der Bonner „Sonnenkönig“ die Anteilseigner mit seinen Visionen von einem solaren Zeitalter begeistert. Nach dem Kursrutsch - er selbst dürfte als Großaktionär mehrere hundert Millionen Euro verloren haben - macht sich nun Ernüchterung breit. Doch der Unternehmensgründer versucht zu erklären, dass es sich um eine Branchenkrise handele, nicht aber um eine Unternehmenskrise. „Es gibt überhaupt nichts zu beschönigen, wir haben im Moment absolut stürmische Zeiten in der Photovoltaik.“

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