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08.01.2016

17:38 Uhr

Solarworld kauft ein

Großaktionäre steigen bei Centrotherm ein

Solarworld soll wachsen. Der schwäbische Solaranlagenbauer will beim Konkurrenten Centrotherm einsteigen. Finanzielle Unterstützung kommt vom eigenen Großaktionär: Einer Investmentgesellschaft aus Katar.

Qatar Solar rettete schon Solarworld aus der Pleite. Nun soll Centrotherm dran sein. dpa

Solarworld

Qatar Solar rettete schon Solarworld aus der Pleite. Nun soll Centrotherm dran sein.

FrankfurtSolarworld und sein Großaktionär aus Katar steigen beim schwäbischen Solaranlagenbauer Centrotherm ein. Das Gemeinschaftsunternehmen Qatar Solar Technologies (QSTec) hält zusammen mit Centrotherm-Gründer Robert Hartung 80 Prozent an der Firma aus Blaubeuren bei Ulm. Centrotherm nannte damit am Freitag erstmals den Namen den strategischen Investors, der Hartung beim Rückkauf des Unternehmens finanziell unterstützt. QSTec gehört zu 70 Prozent Qatar Solar, die bereits Solarworld aus der Insolvenz gerettet hatte und mit 29 Prozent direkt an dem Bonner Konzern beteiligt ist. 29 Prozent an QSTec liegen bei Solarworld.

Centrotherm war vor dreieinhalb Jahren in die Pleite gerutscht, 80 Prozent gehörten seither den Gläubigern, die ihre Anteile in einer Treuhandgesellschaft gebündelt hatten. Hartung hatte im Herbst angekündigt, den Solaranlagenbauer mit Hilfe eines ausländischen Investors wieder zurückkaufen. Hartung, vor der Pleite mit 50 Prozent an Centrotherm beteiligt, hatte seine Anteile nach einem Tausch von Schulden in Eigenkapital auf zehn Prozent verwässern lassen müssen, um das Unternehmen zu retten. Er ist bisher stellvertretender Aufsichtsratschef und will nun wieder den Vorsitz in dem Gremium übernehmen.

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Der Solarworld-Chef bangt wegen 800-Millionen-Klage um sein Lebenswerk: Ein US-Gericht hat sein Kernargument für nichtig erklärt. Verliert Asbeck, droht Solarworld die Insolvenz. Die Schuldigen hat er schnell ausgemacht.

Wie viel Hartung und QSTec für die Beteiligung zahlen, teilte Centrotherm nicht mit. Einen Monat nach dem Vollzug der Übernahme soll der Erlös an die Gläubiger gehen. An der Börse ist das Unternehmen 78 Millionen Euro wert. Am Freitag schnellte die Aktie um sechs Prozent auf 3,72 Euro.

Centrotherm war eines der ersten deutschen Unternehmen, das mit einem Schutzschirmverfahren und der Umwandlung von Schulden in eine Beteiligung am Unternehmen die neuen Möglichkeiten des Insolvenzrechts genutzt hatte. Hartung hatte das Unternehmen 2007 an die Börse gebracht. Doch dann geriet Centrotherm in den Strudel der Krise in der Photovoltaik. Von fast 700 Millionen Euro Umsatz 2011 blieben 2014 rund 190 Millionen, von fast 2000 Mitarbeitern 700.

Die größten Solarkonzerne der Welt

Platz 10: LDK Solar

Der chinesische Solarproduzent LDK Solar ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von sogenannten Wafern, die zum Bau von Solarmodulen gebraucht werden. Die Firma, die 2015 ein Insolvenzverfahren beendete, erwirtschafte im Jahr 2014 einen Umsatz in Höhe von 680 Millionen Dollar.

Quelle: Statista, Unternehmen

Platz 9: Solarworld

Noch vor zwei Jahren stand Solarworld vor dem Zusammenbruch. Nun scheint sich das deutsche Unternehmen wieder berappelt zu haben. Der Umsatz 2014 betrug 697 Millionen Dollar.

Platz 8: SMA

Ende Januar 2015 verkündete SMA Solar aus Kassel die umfangreichste Personal-„Anpassung“ in der Geschichte des Unternehmens. Hunderte Stellen wurden gestrichen. 2014 machte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 978 Millionen Dollar.

Platz 7: Yingli

Insgesamt ist der Absatz von Yingli Solar, auch Yingli Green Energy Holding Company, im Jahr 2014 gestiegen, doch der Umsatz war leicht rückläufig. Der chinesische Konzern erzielte einen Umsatz in Höhe von 2,08 Milliarden Dollar.

Platz 6: Trina Solar

Der chinesische Hersteller von Wafer- und Solarzellen hat den Umsatz 2014 gesteigert auf 2,28 Milliarden Dollar.

Platz 5: Sunedison

Dem Unternehmen geht es nicht besonders gut: 2015 kündigte Sunedison an, in Zukunft mehr als 1000 Stellen abzubauen. 2014 erwirtschaftete das US-Photovoltaik-Unternehmen 2,84 Milliarden Dollar Umsatz.

Platz 4: Sharp Solar

Das Geschäftsjahr von Sharp Solar endet immer zum 31. März. 2013/2014 erlöste der japanische Konzern 2,52 Milliarden Dollar.

Platz 3: Canadian Solar

2011 ist Canadian Solar in das Sport-Sponsoring der Fußball-Bundesliga eingestiegen und sponsert seitdem die Vereine Hannover 96 und 1. FC Nürnberg. Der Umsatz des Solarmodule-Herstellers lag 2014 bei 2,96 Milliarden Dollar.

Platz 2: Sunpower

Das Jahr 2014 war erfolgreich für Sunpower: Das US-Unternehmen hat erstmals in seiner Geschichte innerhalb eines Jahres mehr als 3 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 1: First Solar

Den größten Umsatz erzielte 2014 der auf Dünnschicht-Technologie spezialisierte US-Solarkonzern Firts Solar. Der Umsatz stieg leicht um 2,4 Prozent auf 3,39 Milliarden Dollar.

Von

rtr

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