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22.03.2012

14:42 Uhr

Solarworld mit Verlust

Götterdämmerung in der Solarbranche

Der Preiskampf in der Solarbranche fordert immer größere Opfer: Auch Lobby-Maßnahmen schützen nicht vor Insolvenz und tiefroten Zahlen. Das belegt auch die heutige Bilanz des deutschen Branchenprimus Solarworld.

Monteure von Solarworld bauen Photovoltaik-Anlage auf. dapd

Monteure von Solarworld bauen Photovoltaik-Anlage auf.

DüsseldorfDie deutsche Solarbranche sieht nach ihrem Horrorjahr 2011 kein Ende der Talfahrt. Der internationale Preiskampf und die Förderkürzungen in Deutschland blieben die Hauptprobleme der Branche, sind sich Solarworld -Chef Frank Asbeck und sein Kollege York zu Putlitz von der Bosch -Tochter Aleo Solar einig. Beide stellen sich für 2012 auf Umsatzeinbußen ein, der Aleo-Chef zudem auf einen weiteren Verlust. Positive Nachrichten für die Firmen gab es am Donnerstag aus Berlin: Wie Reuters erfuhr, soll der im April anstehende Kürzungsschritt bei der Solarstrom-Förderung in einigen Punkten abgemildert werden.

„Für deutsche Unternehmen ohne ausreichende Kapitalausstattung wird es schwer“, sagte zu Putlitz. Aleo sei unter dem Dach von Bosch aber gut geschützt. „Es gibt nichts zu beschönigen“, betonte auch Asbeck in Bonn. Es gebe weiter Überkapazitäten, Dumpingpreise von chinesischen Anbietern und eine „unsägliche Diskussion in Deutschland - auch betrieben durch die Energiekonzerne - über das Erneuerbare Energien-Gesetz und die Photovoltaik.“ Trotz der unverändert schwierigen Markbedingungen übte sich Asbeck aber in verhaltenem Optimismus. „Der solare Weltmarkt ist in Ordnung, er wächst beständig.“ Solarworld werde sich dank seiner globalen Marktpräsenz und seines Bekanntheitsgrades behaupten“, ist sich Asbeck sicher. Zudem werde der Konzern an der Kostenschraube drehen und die Produktivität weiter steigern. Ein größerer Personalabbau sei nicht geplant.

Schützenhilfe im Kampf gegen chinesische Billigimporte erwartet Asbeck von der US-Regierung. „Wir erwarten prozentual zweistellige Zölle bei der nächsten US-Entscheidung im Mai.“ Das werde zu einem faireren Wettbewerb führen. Am Dienstag hatte das US-Handelsministerium Anti-Subventionszölle verhängt, die aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich lagen und damit deutlich unter den Erwartungen von Experten. Am 16. Mai soll über Anti-Dumpingzölle entschieden werden.

Im Ringen um die Solarförderung erzielten Bund und Unionsländer derweil eine weitgehende Verständigung: Die Kürzungen würden an einigen Punkten entschärft, berichteten Teilnehmer des Bund-Ländertreffens. So soll nun doch bei größeren Solaranlagen der komplette Strom zu den höheren Fördersätzen abgenommen werden und nicht nur zu 90 Prozent, erfuhr Reuters aus den Reihen der Teilnehmer. Zudem sollen die Investoren auch bei den Kürzungsterminen mehr Luft erhalten: Die beschlossene Kappung zwischen 20 und nahezu 40 Prozent soll zwar generell weiter ab 1. April greifen. Wer aber bereits vor dem 1. März eine Anschlusszusage des Netzbetreibers hatte, kann auch noch nach dem Stichtag zu alten Fördersätzen seinen Strom einspeisen.

Kommentare (32)

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wadenzwicker

22.03.2012, 10:46 Uhr

"Solarworld will 2012 operativ verdienen"

Das wird wohl nix werden. Solarworld wird m.E. vielmehr hart a der Pleite vorbeischrammen. Der aufgeblasene Solarmarkt wird konsolidieren und das wird Opfer fordern. Solarworld wird von Glück reden können, wenn es nicht dazugehört.

Klimaterror

22.03.2012, 14:42 Uhr

Die Branche hat fertig. Windkraft folgt. Warum sind Spanien und andere ausgestiegen, jetzt aktuell die Briten aus Windkraft?
Die können mit Zufallsstrom nichts anfangen und die Subventionen kosten zu viel. Nur eine Frage der Zeit dann sind wir dran, fängt schon an.

Account gelöscht!

22.03.2012, 15:03 Uhr

Woraus ist Spanien ausgestiegen?

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