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02.01.2012

11:33 Uhr

Solarzellen-Hersteller

Chinesen wollen Sunways übernehmen

Der deutsche Solarzellen-Hersteller Sunways verkauft ein Drittel seiner Anteile an die chinesische LDK Solar. Diese plant, das Unternehmen aus Konstanz sogar ganz zu übernehmen.

Eine Mitarbeiterin der Sunways AG kontrolliert die Ausrichtung von multikristallinen Solarzellen: Das Unternehmen hat das Interesse einer chinesischen Firma geweckt. dpa

Eine Mitarbeiterin der Sunways AG kontrolliert die Ausrichtung von multikristallinen Solarzellen: Das Unternehmen hat das Interesse einer chinesischen Firma geweckt.

KonstanzDie kriselnde deutsche Solarindustrie gerät ins Visier chinesischer Wettbewerber: Der Solarriese LDK Solar aus dem Reich der Mitte greift nach der Firma Sunways aus Konstanz. Ein am Sylvesterabend vorgelegtes Übernahmeangebot sorgte am Montag für einen Kurssprung der Sunways-Aktie. Sie schoss um 27 Prozent auf 1,95 Euro nach oben - einer der größten Tagesgewinne in der Geschichte von Sunways. Nach Einschätzung von Experten könnten auch andere deutsche Solarfirmen zu Übernahmezielen werden, zumal die einstige Vorzeigebranche derzeit mit Überkapazitäten, einem Preisverfall und Finanzproblemen kämpft. Ein großer Ausverkauf sei aber nicht zu erwarten.

Sunways hatte am Wochenende eine Kapitalerhöhung angekündigt, die ausschließlich von LDK gezeichnet werden kann. Nach Abschluss dieser Transaktion wird die chinesische Firma ein Drittel der Sunways-Anteile halten. Für Ende Januar ist dann ein Übernahmeangebot an die die übrigen Sunways-Eigner geplant. Die Kartellbehörden müssen allerdings noch grünes Licht geben.

LDK bekundete bereits Mitte 2011 Interesse an deutschen Solarfirmen. „Deutsches Image und deutsche Technik kombiniert mit chinesischen Lohnkosten. Daraus können sie einen globalen Markführer schaffen“, sagte LDK-Finanzchef Jack Lai damals in einem Zeitungsinterview. LDK und Sunways arbeiten schon länger zusammen und erhoffen sich nun neue Wachstums- und Synergiepotenziale.

Besonders Sunways kann die Schützenhilfe gut brauchen: Der Umsatz halbierte sich in den ersten neun Monaten 2011 fast auf 84,2 Millionen Euro. Der operative Verlust summierte sich auf 21,6 Millionen Euro - im Vorjahr stand noch ein Gewinn in den Büchern. Sunways hatte die Geschäftseinbrüche auch auf die anhaltende Debatte um die öffentliche Förderung für die Photovoltaik in Deutschland und anderen europäischen Ländern zurückgeführt. Chinesische Wettbewerber profitieren dagegen von der staatlichen Förderung in der Volksrepublik. Der deutsche Branchenriese Solarworld wirft den Konkurrenten vor, mit Dumpingpreisen den Markt aufzurollen.

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