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15.07.2013

18:25 Uhr

Solarzellen-Hersteller

Insider-Skandal bei Q-Cells

ExklusivDie Insolvenz von Q-Cells schlug im vergangenen Jahr hohe Wellen - nun entwickelt sich der Fall zum Wirtschaftskrimi. Ein hochrangiger Staatsmanager soll in einen Insiderhandel mit Solaraktien verstrickt sein.

Saubere Geschäfte? Beim Solarzellenherstellers Q-Cells sollen Landesangestellte beteiligt gewesen sein. dapd

Saubere Geschäfte? Beim Solarzellenherstellers Q-Cells sollen Landesangestellte beteiligt gewesen sein.

DüsseldorfEin Insider-Skandal um Subventionen für das Solarunternehmen Q-Cells alarmiert die Landesregierung von Sachsen-Anhalt. Dinnies Johannes von der Osten, der Geschäftsführer einer landeseigenen Beteiligungsgesellschaft, die Q-Cells förderte, hielt zugleich eine verdeckte Beteiligung an dem Solarzellenhersteller. Dies zeigen Geheimverträge, die dem Handelsblatt (Dienstagausgabe) vorliegen. Der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Hartmut Möllring, fordert nun rasche Aufklärung. „Sofern sich die indirekte Beteiligung von Herrn von der Osten an Q-Cells bestätigen sollte, ist ein Interessenskonflikt offensichtlich“, sagte Möllring dem Handelsblatt und ergänzte: „Das geht auf keinen Fall.“

Mit den Recherchen des Handelsblatts konfrontiert bestätigte von der Osten, dass er bereits bei der Gründung von Q-Cells im Jahr 1999 Anteile an Q-Cells zeichnete – und zwar verdeckt über einen Treuhänder. Im Jahr 2000 beteiligte sich dann unter seiner Verantwortung als Geschäftsführer der IBG das Land Sachsen Anhalt mit 4,1 Millionen Euro an dem Solarzellenhersteller. Er rechtfertigt sich jedoch, er habe weder einem Verbot unterlegen, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, „noch war ich verpflichtet, derartige Beteiligungen mitzuteilen.“

Q-Cells war 2005 an die Börse gegangen und meldete 2012 Insolvenz an. Nach den Verträgen, die dem Handelsblatt vorliegen, hielt von der Osten über die Firma Capitalnetworks.de GmbH zeitweise eine Beteiligung in Höhe von sechs Prozent an Q-Cells. Treuhänder für Captitalnetworks.de war der Aufsichtsratsvorsitzende von Q-Cells, Thomas van Aubel, der zugleich mit von der Osten befreundet war. Beide verdienten mit dem Verkauf von Q-Cells-Aktien jeweils hohe zweistellige Millionenbeträge.

Das Dossier mit weiteren Details und allen Hintergründe zum Thema können Sie im Handelsblatt Shop herunterladen.

Von

iw

Kommentare (13)

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Rechner

15.07.2013, 18:36 Uhr

Noch ein Gauner im öffentlichen Selbstbedienst enttarnt.

Account gelöscht!

15.07.2013, 19:22 Uhr

Kennst Du einen - kennst Du alle.

CIVIS

16.07.2013, 00:37 Uhr

Q-Zells & Co., hoffentlich nicht "erneuerbar". Ein riesen Schwindel der gesamte Solarbereich. Nur die Sonne ist unschuldig, sie schickt auch keine Rechnung.

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