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02.09.2011

19:36 Uhr

Solyndra meldet Insolvenz an

Solarunternehmen gehen reihenweise pleite

VonGeorg Weishaupt

Nun hat auch der kalifornische Solarmodulbauer Solyndra Insolvenz angemeldet. - in der amerikanischen Solarbranche es ist die dritte innerhalb weniger Wochen. 1100 Arbeitsplätze fallen weg.

US-Präsident Barack Obama besuchte vor gut einem Jahr die Solyndra-Werke im kalifornischen Fremont. dapd

US-Präsident Barack Obama besuchte vor gut einem Jahr die Solyndra-Werke im kalifornischen Fremont.

DüsseldorfBarack Obama war tief beeindruckt. „Sie produzieren Solarmodule mit einer unglaublichen Spitzentechnologie“, lobte der US-Präsident die Produkte von Solyndra, als er das Werk im kalifornischen Fremont vor gut einem Jahr besuchte.

Doch die lobenden Worte und eine halbe Milliarde Dollar an staatlichen Krediten nutzten wenig. Jetzt hat Solyndra Insolvenz angemeldet. 1100 Arbeitsplätze fallen bei der Vorzeigefirma Obamas weg.

Das vor sechs Jahren gegründete Unternehmen produzierte Solarmodule in Zylinderform. Damit hatte es Solyndra schwer, sich gegen die handelsüblichen Solarmodule durchzusetzen. „Es ist Solyndra vor allem nicht gelungen, die Produktionskosten auf Weltmarktniveau zu senken“, sagte Nikolai Dobrott, Geschäftsführer der Cleantech-Beratung Apricum in Berlin. Damit hatte das Unternehmen keine Chance, gegen die chinesischen Konkurrenten, die in Fabriken mit Jahreskapazitäten von über einem Gigawatt fertigen und Solarmodule für rund 0,90 Cent pro Watt herstellen.

In den vergangenen Wochen haben noch zwei weitere bekannte Pioniere der US-Solarbranche Insolvenz nach Chapter Eleven beantragt - mit der Chance, sich unter dem Schutz der Gläubiger zu sanieren: Evergreen Solar und Spectrawatt, an dem der Chipkonzern Intel über eine Tochter beteiligt ist.

Bedeutet das Aus der drei US-Pioniere auch das Ende der amerikanischen Solarproduktion? „Im Geschäft mit den heute üblichen kristallinen Silizium-Solarmodulen spielt unter den US-Unternehmen nur noch Sunpower eine wesentliche Rolle“, sagte Dobrott von der Beratung Apricum.

Doch bei sogenannten Dünnschichtmodulen sieht er noch große Chancen für Weltmarktführer First Solar und weitere US-Unternehmen. Außerdem gibt es Unternehmen wie Stion, Miasolé und Solopower, die Dünnschichtmodule auf Basis des vielversprechenden Materials Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) produzieren. „Von rund einem Dutzend dieser Firmen werden es langfristig etwa ein bis zwei US-Firmen schaffen, auf dem Weltmarkt mitzuspielen“, prognostiziert Dobrott.

Unterstützt werden die Firmen durch ein Förderprogramm der US-Regierung. Aber der amerikanische Markt ist noch klein. 2010 wurden Anlagen mit einer Kapazität von nur 878 Megawatt angeschlossen - in Deutschland waren es 7400 Megawatt. In diesem Jahr rechnen Marktforscher in den USA mit 2000 bis 2500 Megawatt.

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