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23.10.2011

17:33 Uhr

Sonderkündigungsrecht

Conergy-Finanzvorstand Biedenkopf geht

Finanzvorstand Biedenkopf will von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und das Solarunternehmen Conergy Ende Februar verlassen. Seit dem Ausscheiden des Unternehmensgründers vor einem Jahr führt er den Konzern.

Ein Werk der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG. in Frankfurt (Oder). dpa

Ein Werk der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG. in Frankfurt (Oder).

HamburgDas Solarunternehmen Conergy verliert seinen Finanzvorstand und damit die Konzernführung. Sebastian Biedenkopf werde von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und das Unternehmen Ende Februar verlassen, teilte die Hamburger Gesellschaft am Sonntag mit. Das besondere Kündigungsrecht war Biedenkopf im Zusammenhang mit dem Wechsel im Aktionärskreis im Juli eingeräumt worden, als mehrere Hedge-Fonds nach erfolgter Umschuldung die Macht bei Conergy übernahmen. Biedenkopf hatte das Unternehmen seit rund einem Jahr auch geführt, weil nach dem Ausscheiden von Unternehmensgründer Dieter Ammer kein neuer Vorstandschef berufen wurde.

„Ich schmeiße nicht einfach hin, sondern mache von dem vereinbarten Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Die nächsten Monate stehe ich dem Unternehmen unverändert zur Verfügung“, sagte der 47-Jährige der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Es könne auch keine Rede davon sein, dass er mit den neuen Eigentümer nicht zusammenarbeiten wolle. „Ich habe immer gesagt, dass sich mit den neuen Investoren vor allen Dingen Chancen für das Unternehmen ergeben.“ Er stehe auch hinter den eingeleiteten schmerzhaften Einschnitten bei Conergy.

Biedenkopf war unter Vorstandschef Ammer im vergangenen Jahr in den Vorstand aufgestiegen. Nach Ammers Abschied gehört diesem außer Biedenkopf nur noch der für das operative Geschäft zuständige Alexander Gorski an.

Conergy schleppte sich in den vergangenen Jahren von einer Krise zur nächsten. Nach einer Beinahe-Pleite im Jahr 2007 bemühte sich Firmenmitbegründer Ammer, das Ruder herumzureißen. Bei der Finanzierung blieben aber Schwierigkeiten bestehen, so dass es zum Einstieg mehrerer Finanzinvestoren kam, darunter York Capital und die Deutsche Bank. Sie haben zusammen die Mehrheit am Unternehmen und sind entsprechend im Aufsichtsrat vertreten.

Zusätzlich setzt dem Unternehmen die von Überkapazitäten und schwacher Nachfrage geprägte Lage in der Solarbranche zu.

Von

dpa

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