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09.06.2011

17:09 Uhr

Sonderschichten

Verkaufsgerüchte trüben Opels Aufholjagd

Eigentlich hätte Opel Grund zum Feiern: Der deutsche Autobauer lässt wegen der guten Nachfrage Sonderschichten fahren. Und ausgerechnet jetzt trüben Verkaufsgerüchte böse die Stimmung.

Der Ampera ist ein großer Hoffnungsträger für Opel. Quelle: dpa

Der Ampera ist ein großer Hoffnungsträger für Opel.

RüsselsheimMitten in neuen Verkaufsgerüchten hat Opel wegen voller Auftragsbücher Sonderschichten angekündigt. Dies führt zu kürzeren Werksferien im Stammwerk Rüsselsheim. Statt der ehemals geplanten drei freien Wochen im Juli werde die Frühschicht nun nur noch zwei Wochen und zwei Tage pausieren, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Nach dem Ende der Werksferien seien dann zwei Sonderschichten geplant. Insgesamt werde Opel dieses Jahr rund 190.000 Fahrzeuge in Rüsselsheim produzieren - 158.000 davon als Modell Insignia, was einem Plus von 14.000 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr entspreche.

Zusätzlich liefen die Vorbereitungen für die Herstellung des Astra. Dieses Modell solle von Ende August an neben dem Insignia im Rüsselsheimer Werk vom Band rollen. Darüber hinaus bereitet Opel den Angaben zufolge wegen der anhaltend hohen Nachfrage „in weiten Bereichen des Rüsselsheimer Werkes“ eine Nachtschicht vor.

Im Mai hatte der Autobauer seinen Europa-Marktanteil den siebten Monat in Folge gesteigert. Die Tochter des US-Konzerns General Motors steckt jedoch noch immer in den roten Zahlen und ist mit dem Europa-Geschäft die einzige GM-Region, die Verluste einfährt.

Allerdings bescheinigen auch Experten Opel, große Fortschritte gemacht zu haben. „Die Kapazitäten sind da, wo man sie haben will. Die Verkäufe stimmen, Russland boomt. Das Unternehmen hat seine Hausaufgaben gemacht“, sagt etwa Ferdinand Dudenhöffer. Der Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen bezeichnet einen möglichen Opel-Verkauf an Volkswagen oder einen chinesischen Hersteller als völlig unrealistisch. „Das hat null Chancen und ist alles sehr seltsam“, sagte der Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen am Donnerstag der

Nachrichtenagentur dapd. „Wer die Spekulationen in die Welt gesetzt hat, wohnt auf dem Mond.“

„Wir betrachten das als Spekulation“, sagte Opel-Aufsichtsrat und IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild dem Handelsblatt. „Uns liegen keinerlei Kenntnisse vor, dass ein solcher Verkauf geplant oder in Erwägung gezogen wird. Wir erwarten von GM eine eindeutige Klarstellung gegenüber dem Aufsichtsrat und der Belegschaft.“

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