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14.03.2013

21:31 Uhr

Sonderuntersuchung

Leuchtenhersteller Hess hat Bilanz geschönt

Die insolvente Schwarzwälder Firma Hess hat vor ihrem Börsengang ihre Bilanz geschönt und will diese jetzt korrigieren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt schon gegen mehrere Ex-Vorstände und Manager.

Das Gebäude der Hess AG in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg). dpa

Das Gebäude der Hess AG in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg).

FrankfurtDer zahlungsunfähige Leuchtenhersteller Hess hat seine Bilanz vor dem Börsengang geschönt. Umsatz und Ergebnis seien für 2011 und 2012 zu hoch ausgewiesen worden, teilte das Unternehmen aus Villingen-Schwenningen im Schwarzwald am Donnerstag mit. Die Bilanzvorlage für 2012 sowie das erste Quartal 2013 verzögern sich.

Einer Sonderuntersuchung zufolge sei für 2011 der Umsatz um rund neun Millionen Euro sowie der Jahresüberschuss um rund sechs Millionen Euro zu hoch ausgewiesen worden, erklärte das Unternehmen. Ursprünglich hatte Hess einen Umsatz von 68,1 Millionen Euro und einen Überschuss von 1,3 Millionen genannt.

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Der Schritt erfolgte zum Schutz der Anleger, so eine Bekanntmachung.

Auch für das Geschäftsjahr 2012 seien erhebliche Korrekturen notwendig. Der Umsatz wurde im vergangenen Jahr um rund 15 Millionen Euro und der der Jahresüberschuss um rund neun Millionen Euro überhöht, wie Hess erklärte. Unter dem Strich falle für das vergangene Jahre ein Verlust von mindestens 15 Millionen Euro an.

Hess war erst im vergangenen Herbst an die Börse gegangen. Knapp vier Monate nach dem Börsengang musste Hess Mitte Februar Insolvenz anmelden. Drei Wochen zuvor waren der langjährige Vorstandschef und Familienaktionär sowie Finanzchef Peter Ziegler vom Aufsichtsrat wegen möglicherweise seit 2011 geschönter Bilanzen geschasst worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden Ex-Vorstände sowie weitere Manager wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation, Kapitalanlagebetrugs sowie verschiedener Insolvenz-Delikte. Den Verdacht der Bilanzfälschung hatte Christoph Hess als nicht nachvollziehbar zurückgewiesen.

Die Familie des Firmengründers Willi Hess hatte bei dem rund 36 Millionen Euro schweren Börsengang Kasse gemacht, der Finanzinvestor Holland Private Equity hatte als zweiter Großaktionär seinen Anteil beim Gang auf das Parkett reduziert. Die beim Börsengang federführende Bank LBBW erstattete inzwischen Strafanzeige und fühlt sich betrogen.

Das bereits aufgelegte Restrukturierungsprogramm soll nun aufgrund der neuen Ergebnisse angepasst werden. Es wird im Laufe des Aprils vorgestellt. Hess hatte bereits angekündigt, 50 Mitarbeiter entlassen zu müssen, gut 40 am Stammsitz Villingen-Schwenningen.

Hess ließ am Donnerstag offen, wann die korrigierten Bilanzen vorgelegt werden. Zunächst müsse der Jahresabschluss 2011 neu aufgestellt werden. Erst dann könne mit der Prüfung und Erstellung des Jahresabschlusses 2012 begonnen werden. Hess werde nicht in der Lage sein, den Jahresabschluss sowie den Geschäftsbericht für 2012 innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist zu erstellen und zu veröffentlichen. Auch der Bericht zum 1. Quartal 2013 werde sich auf unbestimmte Zeit verschieben.

Kommentare (1)

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Betrogener

15.03.2013, 00:50 Uhr

"Die Familie des Firmengründers Willi Hess hatte bei dem rund 36 Millionen Euro schweren Börsengang Kasse gemacht," Zitat Ende. Zweifelsohne Kriminelle, wenn man sich nun den Aktienkurs (NULL) ansieht. Bin selbst ein Geschädigter und wünsche daher der Staatsanwaltschaft ALLES nur erdenklich Gute beim ermitteln. Bei der am Börsengang federführenden Bank LBBW frage ich mich, ob da nur Anfänger und Azubis die Zahlenwerke geprüft haben. Man hat darauf vertraut, lautet sicherlich die Antwort. Die Strafanzeige dient wohl eher dem Selbstschutz, wie? Na ja, immerhin "fühlt man sich betrogen" - ich WURDE BETROGEN !

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