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15.04.2013

20:09 Uhr

Sorgenkind

VW setzt Stackmann an Seat-Spitze

James Muir wird als Chef bei Seat abgelöst. An seine Stelle bei der spanischen VW-Tochter tritt der Deutsche Jürgen Stackmann. Muirs Amtszeit ist geprägt von roten Zahlen – er soll eine leitende Funktion bei VW bekommen.

Seat Leon SC FR: Jürgen Stackmann ist neuer Chef von Seat. AP/dpa

Seat Leon SC FR: Jürgen Stackmann ist neuer Chef von Seat.

MadridEin neuer Chef eilt zur Rettung der kriselnden spanischen VW-Tochter Seat: Der 51-jährige Deutsche Jürgen Stackmann wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Automobilherstellers aus Martorell bei Barcelona ernannt. Wie Seat am Montag auf seiner Homepage mitteilte, tritt Stackmann die Nachfolge von James Muir (54) an, der den Angaben zufolge eine leitende Funktion im Volkswagen-Konzern übernimmt und direkt an den Vorstand berichten wird.

Die Amtszeit des im September 2009 zum Seat-Chef berufenen Muir war von Verlusten geprägt. Im vergangenen Jahr hatte das VW-Sorgenkind zwar seine Ergebnisse verbessern können, weiterhin aber rote Zahlen geschrieben. Die Nettoverluste 2012 waren im Vergleich zum Vorjahr um gut die Hälfte auf 30 Millionen Euro gesunken.

Spanische Medien schrieben in ersten Reaktionen, die wichtigste Herausforderung werde für Stackmann nun sein, von VW den Zuschlag für die Herstellung eines neuen SUVs zu bekommen. Seat wolle zudem versuchen, mit dem Starprodukt des Unternehmens, dem Kompaktwagen Leon, richtig Fuß in lebenswichtige Märkte wie China oder Russland zu setzen.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Obwohl er die Präsenz der Marke in Nordafrika und Lateinamerika gestärkt und vor einem Jahr auch den Markteintritt Seats in China eingeläutet habe, habe Muir nicht schnell genug die Abhängigkeit des Herstellers von den krisenerschütterten Märkten Südeuropas reduzieren können, analysierte das Wirtschaftsportal „Economía Digital“.

Ein VW-Sprecher wollte sich zu Muirs neuer Funktion im Volkswagen-Konzern nicht äußern und verwies darauf, dass Details später mitgeteilt werden sollten. Er ließ auch offen, ob es sich um eine neu geschaffene Führungsposition handele oder ob Muir seinerseits wieder jemanden ablöse.

Die Arbeitnehmer in Martorell nahmen die Nachricht vom Wachwechsel an der Spitze unterdessen mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. „Seat kann nicht alle paar Jahre einen neuen Präsidenten haben, weil das doch erheblich destabilisiert“, meinte Betriebsratschef Matías Carnero. Man hoffe aber, dass Stackmann neue Fahrzeugmodelle nach Spanien holen und auf die Gewerkschaften hören werde, sagte Carnero der Nachrichtenagentur efe.

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Nach Firmenangaben kam Stackmann am Montagnachmittag bereits zu einem ersten Gespräch mit leitenden Managern Seats zusammen, auch ein Treffen mit Gewerkschaftsvertreten sei geplant, hieß es.

Der Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt begann seine Karriere 1989 bei Ford. 2010 wechselte Stackmann zu VW, wo er zunächst bei ¦koda Auto das Ressort Vertrieb und Marketing leitete. Seit vergangenem September war er für das Marketing des Volkswagen- Konzerns und der Marke Volkswagen Pkw verantwortlich.

Seat ist inzwischen in 77 Ländern präsent. Insgesamt lieferte man im vorigen Jahr 321 000 Fahrzeuge aus, 8,3 Prozent weniger als 2011. Der Umsatz stieg unterdessen um 22 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Muir hatte jüngst eingeräumt, dass das Unternehmen voraussichtlich entgegen den Planungen von VW auch 2013 keine Gewinne erwirtschaften werde.

Von

dpa

Kommentare (3)

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MarkeMarkeMarke

15.04.2013, 20:42 Uhr

SEAT - Marke und Logo sind "schwierig". Das ist das eigentliche Problem.

Jens

15.04.2013, 21:33 Uhr

Der SEAT LEON 1M war ein Auto mit Charakter. Das Nachfolgemodel (1P) ein absehbarer Misserfolg. Schaun wie sich der neue LEON etabliert. Den Arosa aus dem Sortiment zu nehmen war ebenfalls ein Fehler, der aktuell korrigiert wurde mit dem Mii, bei VW der UP. Der Toledo wurde durch dieses Zwischenmodel mit dem "Rucksack" dermaßen durch den Kakao gezogen, dass der Name Toledo verbrannt ist. Tja, da haben die Manager viel vor sich ...

tamiris

15.04.2013, 22:03 Uhr

Besser wäre es, VW würde auf einen Diversifizierungs-Konzern gehen, denn diese Monokultur wird dieser Konzern
langfristig nicht überleben.

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