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02.01.2015

18:36 Uhr

South-Stream-Flop

Europipe droht Kurzarbeit

Bei Europipe wird die Produktion für das russische Gasspipeline-Projekt South Stream weiter ausgesetzt. Hunderten Mitarbeitern des Röhrenbauers droht Kurzarbeit. Ob das Großprojekt endgültig beerdigt ist, scheint unklar.

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte das Projekt Anfang Dezember für gescheitert erklärt und gesagt, dass alternativ Russland und die Türkei eine Offshore-Pipeline vereinbart hätten. dpa

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte das Projekt Anfang Dezember für gescheitert erklärt und gesagt, dass alternativ Russland und die Türkei eine Offshore-Pipeline vereinbart hätten.

Salzgitter/MülheimMit dem Stopp des Gaspipeline-Projekts South Stream droht möglicherweise Kurzarbeit für Hunderte Mitarbeiter beim Röhrenbauer Europipe in Mülheim an der Ruhr. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Arbeitnehmerkreisen. Beim Unternehmen und der IG Metall war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Europipe ist eine Gemeinschaftsfirma der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte. Zum Jahresende hieß es, dass die zunächst schon Anfang Dezember gestoppte Produktion für die geplante Leitung aus Russland bis mindestens 19. Februar auszusetzen sei.

Zu möglicher Kurzarbeit teilte die Salzgitter AG am Freitag mit, sie wolle keine Auskunft geben. „Das wäre auch kein guter Stil gegenüber unseren Mitarbeitern. Sobald diese Dinge geklärt sind, werden sie es von der Geschäftsleitung direkt erfahren“, hieß es.

Ob das Großprojekt endgültig beerdigt ist, scheint trotz eindeutiger Vorzeichen unklar. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, hatte das Vorhaben Anfang Dezember für gescheitert erklärt und gesagt, dass alternativ Russland und die Türkei eine Offshore-Pipeline vereinbart hätten. Die Konsequenzen für die Rohrproduktion in Deutschland sind dabei weitgehend unklar.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Salzgitter hatte Ende Dezember bekanntgeben, dass der neuerliche Projektstopp bis Mitte Februar oder sogar länger voraussichtlich einen Gewinnrückgang „im unteren zweistelligen Millionenbereich“ bedeute. Ein Sprecher sagte am Freitag, man bemühe sich - wie schon Ende Dezember mitgeteilt - um Ersatzbeschäftigung für den Verlust. „Ob und wann das gelingen wird, weiß zurzeit niemand. Daher ist der von uns genannte Betrag als Bandbreite zu verstehen.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

02.01.2015, 18:58 Uhr

>> Europipie droht Kurzarbeit >>

Sanktioni sei Dank !

Die Industrie ist widerspruchslos dem Primat der Politik gefolgt. Jetzt hat sie die Früchte zu ernten.

Wenn die Russen jetzt auch noch anfangen, wie Putin es verordnet hat ( in einer bestimmten Zeit straf- und steuerfrei ) , ihre Gelder aus Offshore-Gebieten abzuziehen, werden einige Europäischen Banken zusammenbrechen !

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