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18.04.2013

11:42 Uhr

Spar-Maßnahmen

Bosch will den Gürtel enger schnallen

Bosch will sich mit großen Ausgaben zurückhalten, nachdem sich der Gewinn im Jahr 2012 halbiert hatte. Um wieder auf die Beine zu kommen, soll vor allem bei Unternehmenszukäufen und den Personalkosten gespart werden.

Will anpacken und das Unternehmen wieder auf Kurs bringen – Volkmar Denner (rechts) übernahm vergangenes Jahr den Chefposten bei Bosch und versucht den Industrieausrüster seitdem gesund zu schrumpfen. dpa

Will anpacken und das Unternehmen wieder auf Kurs bringen – Volkmar Denner (rechts) übernahm vergangenes Jahr den Chefposten bei Bosch und versucht den Industrieausrüster seitdem gesund zu schrumpfen.

StuttgartSo schlimm soll es nicht nochmal werden. Nach der Halbierung des operativen Gewinns im vergangenen Jahr will der Autozulieferer und Industrieausrüster Bosch seine Kosten drastisch senken.. „Die weiterhin verhaltenen konjunkturellen Aussichten speziell auch im europäischen Markt beschränken 2013 die Wachstumsperspektiven“, heißt es im Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Trotzdem will Bosch den Umsatz im laufenden Jahr um drei Prozent steigern. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen hatte sich im Jahr 2012 auf 1,3 Milliarden Euro halbiert und soll nun „erheblich“ steigen. Dazu will Bosch Investitionen und Unternehmenszukäufe „begrenzen“ - und bei den Personalkosten sparen.

Das bekommt auch das Management zu spüren: Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung des im Stiftungsbesitz befindlichen Konzerns mit weltweit 306.000 Beschäftigten schrumpften 2012 um drei auf 15 Millionen Euro. Im Juli hatte Volkmar Denner im Zuge eines Managementumbaus den Chefsessel bei Bosch von Franz Fehrenbach übernommen, der an die Spitze des Aufsichtsrats wechselte.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Die Ergebnisentwicklung sei „unbefriedigend“, räumte der Konzern im Geschäftsbericht ein. Die operative Rendite war binnen Jahresfrist von 5,3 Prozent auf 2,5 Prozent des Umsatzes geschrumpft. Zuletzt wuchsen die Erlöse schwächer als erwartet und wären ohne Wechselkurseffekte sogar geschrumpft. Anhaltende Verluste und Abschreibungen bei der mit Milliardenaufwand zusammengekauften Solarsparte belasten das Ergebnis allerdings weiterhin Wachstum.

Um sich aus eigener Kraft zu refinanzieren, strebt Bosch im Schnitt ein jährliches Umsatzplus von acht Prozent und eine Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen von ebenfalls acht Prozent. Diese Ziele würden auch im laufenden Jahr verfehlt, prognostiziert der Konzern.

Kommentare (5)

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getglobalized

18.04.2013, 14:13 Uhr

Jeder der Bosch Rexroth kennt, weiss wo die Reise hingeht - Industrie 4.0 und Steuerung der Fabriken mit dem Tablet.

Machen wir uns keine Illusionen mehr vor. Für eine vollautomatisierte Fabrik, die vom Tablet aus remote überwacht werden kann; dafür braucht es keine große Anzahl von Personal mehr.

Die großen Tanker oder auch DAX Vereine müssen cutten - von Bosch über Daimler mindestens 50% der Belegschaft ist zuviel.

Nur wie passt das in die heutige Zeit- 7Mrd. Menschen und alle 10 Jahre eine Mrd. mehr?? Dazu noch politsche Wachstumsmantras, mehr Kinder kriegen und angeblichen Fachkräftemangel??

Der_Techniker

18.04.2013, 17:34 Uhr

100% d'accord.
Die in dem Beitrag geschilderte Entwicklung sollte jeder Politiker oder gerne auch "normale Bürger" mal wirklich gesehen und dieren Konsequenzen wirklich verstanden haben.
Dann hätte sich das Märchen vom sog. Fachkräftemangel schnell erledigt.

Account gelöscht!

18.04.2013, 19:22 Uhr

Wenn man sich den aktuellen Geschäftsbericht anschaut, fällt auf, daß in der Ägide Fehrenbach/Dais die selbstgesteckten Finanzziele über 10 Jahre (!!!) nicht erreicht wurden.

Strategisch ist Bosch auch ein Debakel - sowohl Automotive wie auch die Diversifizierungsstrategie. Letzteres Kapitalvernichtung pur.

In jedem anderen Unternehmen würden solche Topmanager als Flopmanager gebranntmarkt und entfernt.

Bosch traut sich aber nicht an die eigenen Wurzeln ran.

Jede Wette, das wird noch übel enden - WEGEN der Kontinuität.

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