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24.06.2015

12:30 Uhr

Sparkurs beim Lkw-Hersteller

MAN baut 1.800 Stellen ab

VonMarkus Fasse, Martin Murphy

Volkswagen will die Kosten beim Lastwagenbauer MAN bis 2017 um 850 Millionen Euro senken. 1.800 Arbeitsplätze fallen daher weg. Betroffen sind alle deutschen Werke – ein Standort aber besonders.

Der Standort München ist besonders vom Stellenabbau betrtoffen. dpa

MAN-Laster vor der Zentrale in München

Der Standort München ist besonders vom Stellenabbau betrtoffen.

MünchenDer Lastwagenbauer MAN streicht 1.800 Stellen. Diese Zahlen nennt das Management den Beschäftigten nach Informationen des Handelsblattes den Beschäftigten auf mehreren Betriebsversammlungen. Betroffen sind alle deutschen Werke, vor allem aber die MAN-Zentrale in München.

Zudem soll die Lastwagenfertigung im Werk Salzgitter eingestellt werden, der Standort soll aber weiter Komponenten fertigen. Insgesamt sollen die Kosten bei der VW-Tochter bis 2017 um 850 Millionen Euro gedrückt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Die Sparten Diesel und Maschinenbau von MAN sind von dem Sparprogramm nicht betroffen.

Volkswagen kontrolliert seit 2011 die Mehrheit an MAN. Die Sanierung des Traditionskonzerns wird seit Monaten vorbereitet. MAN leidet im Lastwagengeschäft seit Jahren unter Überkapazitäten und einer schwachen Rendite. Mehrfach musste das Unternehmen in der Lastwagenproduktion Kurzarbeit anmelden. Seit Februar koordiniert Andreas Renschler die Lastwagenaktivitäten im VW-Konzern. Die Wolfsburger wollen MAN mit der Konzerntochter Scania eng verzahnen und langfristig den Weltmarktführer Daimler angreifen.

Das sind die größten Lkw-Märkte

Platz 10

Osteuropa - 48.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014*

Die Transportbranche in Osteuropa gilt als großer Hoffnungsträger für die Branche - und ist nach Ansicht der Unternehmensberater von Deloitte einer der dynamischsten Märkte weltweit. Die Verkäufe soll jährlich um zehn Prozent anziehen.

*Quelle: Deloitte Truck-Studie

Platz 9

Mittelamerika - 65.500 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die Nähe zu den USA lässt die Industrie florieren, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen steigt - und damit auch die Lkw-Verkäufe. Bis 2024 soll der Absatz jährlich um fünf Prozent zulegen.

Platz 8

Japan - 77.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Auf den japanischen Straßen ist der Platz begrenzt, gefragt sind darum vor allem mittelgroße Lkw. Allerdings dürfte sich das Wachstum in Grenzen halten. Prognostiziert wird ein Marktzuwachs von jährlich einem Prozent.

Platz 7

Russland - 116.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der russische Markt hat viel Potential, obwohl in Russland viele Güter über die Schiene transportiert werden. Die aktuelle politische Lage verhagelt die Bilanz. Mittelfristig sieht die Perspektive besser aus.

Platz 6

Brasilien - 164.700 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas hat viel Dynamik eingebüßt. Auch für den Lkw-Absatz sind die Prognosen mau. Der Markt soll bis 2024 jedes Jahr um etwa ein Prozent zulegen.

Platz 5

Südostasien - 168.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Thailand, Malaysia und Indonesien gelten als Wirtschaftsnationen mit Potential. Und auch die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen legt jährlich um fünf Prozent zu.

Platz 4

Indien - 237.300 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch fristet der indische Lkw-Markt ein Schattendasein. Doch die Potentiale sind gigantisch. Im Jahr 2024, so prognostiziert es die Unternehmensberatung Deloitte, sollen dort 544.400 Lkw verkauft werden. Das jährliche Wachstum beträgt neun Prozent.

Platz 3

EU - 297.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch landet aber Europa, der Heimatmarkt von Daimler, MAN/Scania und Volvo, auf dem dritten Rang. Mit einem jährlichen Wachstum von vier Prozent bis 2024 ist die Entwicklung durchaus positiv.

Platz 2

USA - 377.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Bis auf Daimler tun sich die europäischen Hersteller noch schwer auf dem US-Markt. Nach Jahren der Konsolidierung sind dort deutlich weniger Wettbewerber im Markt.

Platz 1

China - 985.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der größte Lkw-Markt der Welt wird regiert durch die lokalen Hersteller. Die schiere Menge an verkauften Lkw kaschiert, dass es sich dabei vor allem um kleine, günstige Modelle handelt. Auch die Wachstumsprognosen sind nach Ansicht von Deloitte eher bescheiden. Sie gehen von einem jährlichen Wachstum von einem Prozent aus.

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