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22.11.2011

18:42 Uhr

Sparprogramm

Eon will 11.000 Stellen abbauen

Der Energiekonzern streicht im Zuge seines Sparprogramms tausende Stellen in Deutschland. Außerdem werden zahlreiche Arbeitsplätze woanders neu angesiedelt. Viele Mitarbeiter müssen deshalb wohl ihre Koffer packen.

Die Zentrale von Eon-Ruhrgas in Essen. dpa

Die Zentrale von Eon-Ruhrgas in Essen.

DüsseldorfDer drastische Stellenabbau des Energieriesen Eon wird für viele Mitarbeiter in Deutschland Realität. Mehr als drei Monate nach der Ankündigung einer Streichliste durch Konzernchef Johannes Teyssen liegen jetzt Zahlen für die Verwaltungszentren in Düsseldorf, Essen, Hannover und München auf den Tisch. Demnach werden mit der Ausnahme von Essen, wo erst vor einem Jahr eine nagelneue und etwa 200 Millionen Euro teure Firmenzentrale von der Tochter Eon Ruhrgas bezogen wurde, alle Verwaltungszentren deutlich verkleinert.

Für viele Mitarbeitern wird Eon ein großer Verschiebebahnhof. Eins von mehreren Beispielen: Das Deutschlandgeschäft für Strom und Gas von Eon soll ab dem Sommer 2012 von Essen aus geführt werden. Die Zentrale der Tochter Eon Energie in München wird geschlossen. Die Handelsaktivitäten von Eon Ruhrgas wiederum werden am Standort Düsseldorf mit ähnlichen Aktivitäten gebündelt. Wie viele Mitarbeiter sich insgesamt bewegen müssen, wenn sie ihrer bisherigen Arbeit weiter nachgehen wollen, ist unklar. Es dürfte eine vierstellige Zahl sein.

Die Stimmung der Belegschaft sei „unverändert mies“, sagt Sven Bergelin, Leiter der Verdi-Bundesfachgruppe Energie und Bergbau. Für die meisten Mitarbeiter sei bis auf die Konkretisierung der Zahlen wenig neues herausgekommen. „Wir setzen jetzt auf die Tarifverhandlungen, die in der kommenden Woche starten“, betonte er. Verdi werde für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie für regionale Beschäftigungskonzepte kämpfen. „Es muss nicht zwingend alles in Düsseldorf und Essen zentralisiert werden“, erklärte er.

Ohnehin ist der neue Zuschnitt der vier Verwaltungszentren nur ein Baustein im milliardenschweren Sparplan von Eon-Konzernchef Johannes Teyssen. Verdi befürchtete bereits, dass auch an kleineren Standorten in der Fläche in den kommenden Jahren viele Arbeitsplätze wegfallen könnten. Deutschlands größter Energiekonzern will weltweit insgesamt 11.000 Jobs abbauen. Immer klarer wird: Davon entfallen etwa 6500 Stellenstreichungen und damit mehr als die Hälfte auf Deutschland.

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