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25.09.2012

20:09 Uhr

Sparprogramm

Ford will in Europa hunderte Stellen abbauen

Hohe Kosten und ein Absatz-Einbruch drängen Ford weiter in die Ecke. Nun legt der US-Autobauer ein Sparprogramm für die Europa-Standorte auf. Im Klartext: Es sollen hunderte Jobs gestrichen werden – auch in Deutschland.

Wie viele Stellen von dem Sparprogramm betroffen sind, ist noch nicht klar. Reuters

Wie viele Stellen von dem Sparprogramm betroffen sind, ist noch nicht klar.

Berlin/New York/KölnDer US-Autobauer Ford hat für seine europäischen Standorte ein Sparprogramm aufgelegt. Das Unternehmen bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Danach sollen in Deutschland, Großbritannien und im übrigen Teil Europas drei Maßnahmenpakete ergriffen werden.

Ziel sei es, die Personalkosten durch die Einsparung von mehreren hundert Arbeitsplätzen, durch die Einschränkung der Ausgaben für Leiharbeit und andere Dienstleistungen zu reduzieren, teilte Ford Europe auf Anfrage mit. Mit Abfindungen sollen die Beschäftigten zum Ausscheiden bewegt werden. Über die genaue Zahl der betroffenen Jobs könne das Unternehmen erst in wenigen Monaten konkrete Angaben machen. Ford betonte aber, dass der Stellenabbau in allen drei Programmen auf Freiwilligkeit basiere.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Durch die Einsparungen solle eine "größere Effizienz in allen Bereichen" des Europageschäfts erzielt werden. Für den zweitgrößten US-Autobauer arbeiten derzeit in Europa rund 66.000 Mitarbeiter, die größte Gruppe davon ist in Deutschland angestellt. Im Juli hatte Ford angesichts der Absatzflaute auf dem europäischen Markt bereits Einschnitte angekündigt.

Wie das Blatt weiter berichtete, soll das Unternehmen ferner einen Einstellungsstopp verhängt haben. Wichtige Jobs würden aber weiterhin neu besetzt. Außerdem erwäge der Autobauer die Auflösung der Kooperation mit dem französischen Wettbewerber PSA Peugeot Citroën bei der Produktion kleinerer Dieselmotoren am britischen Standort Dagenham.

Dazu erklärte das Unternehmen, dass Ford und PSA auch in Zukunft bei Motoren unter zwei Litern kooperieren würden. Sie stellten immerhin 75 Prozent der gesamten Motorenproduktion innerhalb der Kooperation dar. Beide Autobauer hätten bereits angekündigt, größere Dieselmotoren künftig in eigener Regie herzustellen.

Ford erwartet dieses Jahr in Europa einen Verlust von über einer Milliarde Dollar und strukturiert seine Produktion um. Der Absatz von Ford war in Europa im August um 29 Prozent eingebrochen, die gesamte Branche verzeichnete dagegen einen Rückgang um 8,5 Prozent.

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