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17.09.2013

23:34 Uhr

Sparprogramm

Lanxess will 1000 Stellen abbauen

Der Chemiekonzern Lanxess hat sich ein neues Sparprogramm verordnet - und verzichtet auf rund 1000 Stellen. Doch damit nicht genug: Die Sparmaßnahmen soll auch der Vorstand zu spüren bekommen.

Mit Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangeboten will Lanxess viele Arbeitsplätze abbauen. dpa

Mit Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangeboten will Lanxess viele Arbeitsplätze abbauen.

Berlin/KölnDer Chemiekonzern Lanxess will rund 1000 Arbeitsplätze streichen. Der bis Ende 2015 geplante weltweite Stellenabbau ist Teil eines neuen Sparprogramms, das das Management am Dienstagabend in Köln bekanntgab. Ziel seien jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen Euro ab dem übernächsten Jahr.

Dem stünden Sonderaufwendungen von insgesamt rund 150 Millionen Euro in den Jahren 2013 und 2014 gegenüber. Das Unternehmen teilte ferner mit, eine Reihe von Randgeschäften auf den Prüfstand zu stellen. Für diese Konzernteile - mit einem Umsatz von zusammen 500 Millionen Euro - verfolge Lanxess "strategische Optionen".

Zur Begründung des Restrukturierungsplans verwies der Vorstand auf eine schwierige Wirtschaftslage. "Derzeit wird vor allem das Kautschukgeschäft von einer vorübergehenden Nachfrageschwäche, zunehmendem Wettbewerb und volatilen Rohstoffpreisen beeinträchtigt", hieß es.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Das Investitionsbudget für das laufende Jahr werde auf rund 600 Millionen Euro reduziert. Das Management setzt weiterhin bevorzugt auf organisches Wachstum. Auf mittlere bis lange Sicht plant es allerdings Zukäufe zur Stärkung der Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals.

Lanxess hat derzeit weltweit knapp 17.500 Mitarbeiter. Um die Stellenstreichungen umzusetzen, will Lanxess Vorruhestands- und Abfindungsangebote machen. Zudem werde die variable Vergütungskomponente für dieses Jahr gekürzt. Davon sei auch der Vorstand betroffen.

An der Gewinnprognose für 2013 hält das Unternehmen fest. Ziel ist demzufolge ein operatives Ergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen von 700 bis 800 Millionen Euro.

Lanxess hatte Anfang August sein Ertragsziel für 2014 wegen der anhaltenden Autokrise in Europa und ausbleibender Signale für eine Erholung aufgegeben. Die angespannte Stimmung in Europa zeige sich auch in anderen wichtigen Märkten wie China und Brasilien, hatte es damals zur Begründung geheißen.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von Synthesekautschuk und damit besonders abhängig von der Auto- und Reifenindustrie. Rund 40 Prozent des Konzernumsatzes von 9,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr entfiel auf die Autobranche.

Kommentare (2)

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Joker1

18.09.2013, 08:31 Uhr

Immer das gleiche Spielchen.
Wenn die Erträge nicht von Außen kommen, weil die Kreativität und ein Mindestmaß an Intelligenz fehlt,
kommen sie halt von Innen, das ist meistens der bequemste und einfachste Weg. Köpfe müssen rollen, da wirkt schnell und sofort sichtbar. Die sog. Vorstände
können sich dann an ihre Heldenbrust kloppen und posaunen, wie effektiv sie handeln. Pfui Teufel!

Account gelöscht!

18.09.2013, 08:55 Uhr

Interessant. Da hat ein DAX-Konzern gekalbt und eine monothematische Mißgeburt Lanxess kreiert.
Nach Jahren stellt man dann dort fest, daß man nun mal endlich und wirklich diversifizieren muß - vielleicht sogar mit Hilfe der Mutter oder einer DAX-Schwester.
Und viele dumme Aktionäre bewerten diesen Saftladen auch noch mit einem sehr hohen KGV, weil sie die eigentliche Krux immer noch nicht durchschaut haben.
Ist ein Put wert.

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