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15.01.2013

16:13 Uhr

Sparprogramm

Renault will 7500 Stellen streichen

Europas Autokrise lässt die Verkäufe der französischen Volumenhersteller sinken. Renault reagiert nun mit einem radikalen Sparprogramm. Die Belegschaft soll um 17 Prozent schrumpfen.

Renault will in Frankreich massiv Stellen streichen. AFP

Renault will in Frankreich massiv Stellen streichen.

Paris/DetroitRenault will seine französische Belegschaft in den nächsten vier Jahren um 17 Prozent reduzieren, um das Kostenproblem auf dem europäischen Automarkt in den Griff zu bekommen. 7,500 Stellen sollen bis 2016 abgebaut werden, teilte Unternehmenssprecherin Sophie Chantegay am Dienstag mit. Wie Renault im Einzelnen mitteilte, sollen 5700 freiwerdende Stellen in den Jahren 2013 bis 2016 nicht wieder neu besetzt werden. Darüber hinaus ist der zusätzliche Abgang von 1800 Mitarbeitern etwa durch vorgezogenen Ruhestand vorgesehen, wobei dazu jedoch eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften geschlossen werden soll.

Konzernchef Carlos Ghosn betonte auf der Autoshow in Detroit aber, dass weiterhin kein Werk geschlossen werden soll. Er prognostiziert allerdings, dass der europäische Automarkt erneut um drei Prozent schrumpfen wird, nachdem der Autoabsatz schon 2012 auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen war.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Renault hatte Anfang November mit den Arbeitnehmervertretern Verhandlungen zur Wettbewerbsfähigkeit aufgenommen mit dem Ziel, alle Werke in Frankreich zu erhalten. Dabei ging es auch um längere Arbeitszeiten und um Flexibilität zwischen den einzelnen Standorten. Hintergrund ist der Einbruch bei den Verkäufen in Europa; im vergangenen Jahr gingen die Neuzulassungen der Marken Renault und Dacia in Frankreich um 22,1 Prozent zurück.
"Wenn die Einigung mit den Gewerkschaften zustande kommt, sind wir weder auf Werksschließungen noch auf Kündigungen angewiesen", sagte Frankreich-Chef Gerard Leclery in einem E-Mail-Statement. Ohne die Kürzungen sei die Gewinnschwelle in Frankreich nicht zu erreichen, begründet Renault das Sparprogramm in einem Schreiben an die Gewerkschaften.

Auch die europäischen Konkurrenten Peugeot-Citroën, Ford und General Motors denken darum darüber nach, ihre Belegschaft zu reduzieren und Werke zu schließen. Konkurrent Peugeot hatte bereits angekündigt 11.200 Jobs in Frankreich zu kürzen. Und anderem soll ein Werk bei Paris geschlossen werden. GM plant dagegen das Opel-Werk in Bochum zu schließen und damit 3.100 Stellen zu streichen. Am radikalsten geht der US-Autobauer Ford vor: Insgesamt sollen drei Werke geschlossen werden. 5700 Stellen stehen zur Disposition.

Kommentare (1)

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15.01.2013, 17:32 Uhr

Wenn man den Sprit nicht mehr bezahlen kann, braucht man auch kein Auto mehr! Aber Hauptsache der ELITE und der Hochfinnanz geht es blendent!

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