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23.07.2014

10:33 Uhr

Sparprogramm trotz Rekordabsatz

Daimlers Erfolg mit Sternchen

VonLukas Bay

Dieter Zetsche könnte zufrieden sein: Daimler fährt weiter mit Rückenwind. Neue Modelle treiben den Absatz. Doch um zur Konkurrenz aufzuschließen, muss der Konzernchef nun die Kosten in den Griff kriegen.

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Stuttgart/DüsseldorfDaimler fährt weiter Erfolge ein. Auch das zweite Quartal lief für die Schwaben bestens. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ohne den Sondereffekt der EADS-Aktienverkäufe hat um satte 12 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zugelegt, der Umsatz um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. Daimler fährt mit Rückenwind: Verkaufsschlager wie die S-Klasse und die C-Klasse wurden gerade generalüberholt, allein das Luxusmodell verkaufte sich im zweiten Quartal 29.500 Mal. Auch neue Modelle wie der kompakte Geländewagen GLA laufen blendend. Insgesamt legten die Verkäufe um drei Prozent auf 418.700 Fahrzeuge zu.

„Wir wachsen profitabel, unsere Strategie trägt Früchte - wir kommen kontinuierlich auf unserem Weg voran“, erklärt Vorstandschef Dieter Zetsche. Daimler – so das Signal des Vorstandschefs – ist wieder in der Spur. Eigentlich könnte man damit zufrieden sein.

Doch es scheint als sei nichts älter als der Erfolg von gestern. Denn der Weg, der vor den Stuttgartern liegt, bleibt herausfordernd. Bis 2020 will Daimler den vor zehn Jahren verlorenen Thron als größter Premium-Hersteller von BMW zurückerobern. Bis dahin soll auch die Rendite mittelfristig auf zehn Prozent vom Umsatz steigen. Im zweiten Quartal geht dieses Vorhaben voran: Die Umsatzrendite betrug 7,9 Prozent, im vorigen Gesamtjahr waren es 6,5 Prozent. Damit ist die Autosparte von Daimler noch weit hinter den Konkurrenten BMW und Audi, die 9,5 und zehn Prozent einfahren. Um das ambitionierte Vorhaben zu verwirklichen, muss Daimler daher die eigenen Kosten in den Griff kriegen.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Ein Sparprogramm soll allein bis Ende des Jahres vier Milliarden Euro einbringen. 2015 soll das auch im Ergebnis sichtbarer werden. Vor allem die deutsche Belegschaft dürfte das zu spüren kriegen. In Zeiten von Rekordgewinnen wird das Sparprogramm zur diplomatischen Mission. Wie genau das Programm verschärft werden könnte, darüber schweigt sich Konzernchef Zetsche noch aus, doch im Gespräch sind unter anderem längere Arbeitszeiten. Nach Handelsblatt-Informationen aus Konzernkreisen sollen über die Lohnkosten weitere zwei Milliarden Euro in drei Jahren eingespart werden.

Im Gegenzug will Daimler den deutschen Beschäftigten die Angst nehmen, dass die deutschen Werke im internationalen Verbund an Bedeutung verlieren könnten. Zuletzt hatte der Konzern den Bau eines neuen Gemeinschaftswerks mit Nissan-Renault in Mexiko angekündigt, in dem ab 2017 bis zu 300.000 Kompaktmodelle für den US-Markt gebaut werden sollen. Der CLA läuft im ungarischen Kecskemet vom Band, genauso wie ein Teil der B-Klasse. In einigen deutschen Werken wächst die Angst, ersetzbar zu werden.

Kommentare (2)

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Herr Heinz Klein

23.07.2014, 10:47 Uhr

C- und S-Klasse wurden generalüberholt? m.E. sind das komplett neue Fahrzeuge, die mit dem Vorgänger technisch wenig gemein haben. Jaja, die Typenzulassung ist die selbe, aber nur wegen diesem Kältemittel-Gedöns. Aber generell macht es einen nicht zu verachtenden Unterschied, ob man ein Fahrzeug "überholt" oder komplett neu entwickelt...

Herr Wolfgang Trantow

24.07.2014, 16:16 Uhr

Kosten in den Griff kriegen? Warum treibt man die Gehälter, Boni usw. in schwindelerregende Höhen beim Management. Für Menschen müßten eigentlich 10000 Euro im Monat reichen, damit sie nicht verhungern müssen. Auch muss eine E-Klasse als kostenloses Auto reichen! Boni muss total weg, da die eute doch per Arbeitsvertrag verpflichtet sind zum Wohl der Firma zu arbeiten, oder sind die Manager bei Daimler verpflichtet worden, die >Firma zu schädigen und erhalten deshalb Boni, wenn die Löhne der anderen Mitarbeiter gesenkt werden?

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