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23.09.2013

18:22 Uhr

Sparprogramm und Stellenabbau

Evonik macht es wie Lanxess und Bayer

Der Einbruch in der Chemie trifft das nächste Unternehmen. Evonik will ab 2017 bis zu einer Viertel Milliarde Euro im Jahr sparen. Viele Stellen sollen gestrichen werden – von bis zu 1000 Betroffenen ist die Rede.

Der Spezialchemiekonzern Evonik will sparen, viele Stellen sollen gestrichen werden. dpa

Der Spezialchemiekonzern Evonik will sparen, viele Stellen sollen gestrichen werden.

EssenDer Essener Spezialchemiekonzern Evonik baut Personal ab und verkleinert seinen Vorstand. Bis zu 250 Millionen Euro Verwaltungskosten im Jahr sollten künftig eingespart werden, teilte das Unternehmen am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Laut Branchenkreisen geht es um etwa 1000 Stellen. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber ausgeschlossen.

Das Unternehmen verlängert den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen sogar um zwei Jahre bis Ende 2018. Aus dem Vorstand scheiden Thomas Haeberle (57) und Dahai Yu (52) zum Jahreswechsel aus. Die operative Verantwortung für das gesamte Chemiegeschäft übernimmt Patrik Wohlhauser (49), der seit 2011 im Vorstand sitzt.

Evonik hatte vor kurzem seinen Ausblick für das Gesamtjahr nach einem schwachen Start in den ersten sechs Monaten gesenkt. Angesichts gesunkener Preise für Produkte schätzt der Konzern den Umsatz für 2013 jetzt mit rund 13 Milliarden Euro etwa auf Vorjahreshöhe und das operative Ergebnis mit zwei Milliarden unter dem sehr guten Vorjahreswert von 2,4 Milliarden Euro. Mit dem jetzigen Sparprogramm wolle Evonik die Verwaltung anpassen, nachdem der ehemalige Mischkonzern sich auf die Spezialchemie konzentriert und größere Konzernteile abgegeben hatte, hieß es in der Mitteilung.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Sparprogramme hatten bereits auch der Konkurrent Lanxess und Bayer angekündigt. Lanxess will bis Ende 2015 weltweit rund 1000 Stellen streichen, Bayer in den nächsten vier Jahren bis zu 700 Jobs in seiner Kunststoff-Sparte Material Science.

Die Kürzungen bei Evonik sollen bis Ende 2016 komplett umgesetzt sein und werden vorwiegend Deutschland betreffen, da hier verstärkt Verwaltungsfunktionen angesiedelt sind. Das Essener Unternehmen mit seinen gut 33.000 Mitarbeitern war Ende April an die Börse gegangen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Nachwuchs

23.09.2013, 18:39 Uhr

Das ist der wirtschaftliche Aufschwung a la Merkel!!

Strange

23.09.2013, 19:50 Uhr

Und wenn man bedenkt, dass die Chemieindustrie die drittgrößte in D ist UND in praktisch alle anderen Industrien zuliefert .... Wie war das nochmal? "Chemieindustrie ist ein Frühindikator für die Wirtschaft"

joh_mueller

23.09.2013, 21:15 Uhr

Nein, Herr Anonym, das ist der freie Markt. In guten Zeiten werden Arbeitsplätze geschaffen, in schlechten Zeiten muss hart gearbeitet werden.

Am Ende stehen genau aus diesem Grund die dt. Unternehmen international top da!

Sollten sie es besser können, gründen sie ein Unternehmen und bestehen sie im internationalen Wettbewerb, bzw. überzeugen sie ihre Kunden, dass ihre "guten" aber vermeintlich teureren und Waren trotzdem zu bevorzugen sind.

Sie haben es in der Hand - statt zu schimpfen nehmen sie ihr erspartes zusammen und zeigen sie, dass ihr Weg der richtige ist!

Alternativ: Evonik ist derzeit rund 13 Mrd. an der Börse wert - wenn sie 15000 Mitstreiter finden die 1000 EUR einzahlen gehört die Firma ihnen - und dann gilt es die Dinge besser zu machen!

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