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19.04.2012

16:25 Uhr

Spartenausverkauf

ThyssenKrupp treibt Verkäufe voran

ThyssenKrupp will den Konzern offenbar weiter verschlanken. Nach dem Verkauf der Edelstahlsparte stehen drei weitere Töchter im Gesamtwert von mehr als einer Milliarde Euro im Schaufenster, heißt es aus Firmenkreisen.

Die Thyssen-Zentrale in Essen. AFP

Die Thyssen-Zentrale in Essen.

Frankfurt/DüsseldorfNach dem milliardenschweren Verkauf der Edelstahlsparte stößt ThyssenKrupp weitere Geschäfte ab. Bereits diesen Monat könnte es die nächste Transaktion geben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

ThyssenKrupp will sich von den Autozuliefer-Einheiten ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Tailored Blanks und offenbar auch Waupaca trennen. „Alle Prozesse schreiten gut voran“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Nähere Angaben machte er nicht.

Der Sprecher verwies lediglich darauf, dass die von Konzernchef Heinrich Hiesinger angekündigten Verkäufe von Beteiligungen mit einem Umsatz von zehn Milliarden Euro bis Ende des Jahres über die Bühne gehen sollen. Den dicksten Brocken hatte Hiesinger Ende Januar auf den Weg gebracht: Die Edelstahlsparte geht für 2,7 Milliarden Euro an den finnischen Konkurrenten Outokumpu. ThyssenKrupp soll an dem neuen Edelstahl-Weltmarktführer 29,9 Prozent halten.

Bei der Dämpfungs- und Federungssparte läuft es Kreisen zufolge auf einen Verkauf an den italienischen Sogefi-Konzern zu. Dieser könne für 100 bis 200 Millionen Euro den Zuschlag bekommen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Falls die Gespräche mit den Italienern scheiterten, könne ein Finanzinvestor zum Zuge kommen. Die Einheit macht einen Umsatz von 700 Millionen Euro. Der in den USA ansässige Finanzinvestor KPS Capital Partners sei kürzlich aus dem Rennen ausgestiegen, sagte eine Person.

Auch bei Waupaca verhandelt ThyssenKrupp Kreisen zufolge mittlerweile exklusiv mit einem Bieter. Die Eisengusstochter erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro und könnte ThyssenKrupp nach Einschätzungen von Insidern 600 Million Dollar einbringen. Sie beschäftigte an sechs Standorten in den Vereinigten Staaten 3000 Mitarbeiter. Bereits bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal im Februar hatte ThyssenKrupp bekannt gegeben, erste Angebote auszuwerten. Finanzinvestoren wie Cerberus oder Apollo sind nicht mehr im Rennen.

Bei der Sparte Tailored Blanks konzentrieren sich die Verhandlungen ebenfalls auf einen Bieter, einen strategischen Investor aus China. Der Verkaufsprozess sei von allen bislang der schwierigste, sagte eine weitere mit den Unterredungen vertraute Person. Das Unternehmen mit weltweit 900 Beschäftigten erzielte zuletzt einen Umsatz von 700 Millionen Euro.

Von

rtr

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