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11.04.2006

14:49 Uhr

Spartenverkauf belastet Bilanz

Jenoptik bezahlt Schrumpfkur mit roten Zahlen

Die Trennung von seiner größten Konzerntochter mit 1,5 Mrd. Euro Umsatz hat Jenoptik tiefer in die roten Zahlen gedrückt als erwartet. Der Technologiekonzern geht jedoch fürs laufende Jahr von guten Geschäften aus.

HB JENA. Der ostdeutsche Technologiekonzern verbuchte für 2005 einen Verlust von 69,4 Mill. Euro nach einem Gewinn von 19,0 Mill. Euro ein Jahr zuvor. Vorstandschef Alexander von Witzleben machte dafür am Dienstag in Jena höhere Wertberichtigungen als zunächst angenommen im Zusammenhang mit dem Verkauf der M+W Zander Holding AG (Stuttgart) verantwortlich, in der das Geschäft mit Fabrikbauten und Gebäudedienstleistungen zusammengefasst ist. Spezialität ist der Bau und die Ausstattung von Reinräumen.

Nach dem Expansionskurs der vergangenen Jahre schrumpft Jenoptik durch den fast perfekten Verkauf auf sein kleineres, aber profitableres Optoelektronik-Geschäft. Von den 10 000 Mitarbeitern verbleiben noch 2 800 im Unternehmen. Von Witzleben rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum der „neuen Jenoptik“ von 10 Prozent. Angepeilt wird ein Umsatz von 440 Mill. Euro und ein Gewinn „im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.“ Das erste Quartal sei bereits gut angelaufen. Umsatz und Ergebnis der Sparte würden wohl deutlich über Vorjahr liegen, hieß es von Jenoptik.

Trotz des wachsenden Optik-Geschäfts mit Lasern, Sensoren sowie Systemen für die Militärtechnik stellte der Vorstandschef auch für 2007 keine Dividende in Aussicht. „Das ist offen“. Zunächst müsse die Eigenkapitalquote von knapp 21 Prozent verbessert werden. Die Aktie sank leicht auf 7,23 Euro.

Der Verkauf der bisher mit 7 200 Beschäftigten und einem Anteil von rund 80 Prozent am Jenoptik-Umsatz dominierenden M+W Zander Holding soll bis April abgeschlossen sein. Nahezu alle der am 19. Dezember 2005 angekündigten Verträge seien unterschrieben, sagte Martin Gruschka, Gründungspartner der Investmentgruppe Springwater Capital mit Sitz in Genf und London. Der Umsatz von M+W Zander soll nach seinen Angaben 2006 auf rund 2 Mrd. Euro steigen. Einen Stellenabbau gebe es nicht.

Jenoptik will mit dem Verkaufspreis von 150 Mill. Euro seine Schulden abbauen. Das Unternehmen soll nach dem Umbau mittelfristig auf ein Umsatzvolumen von 1 Milliarde Euro und mehr als 3000 Beschäftigte wachsen. Von Witzleben kündigte zudem einen weiteren Rückzug bei der Beteiligungsgesellschaft DEWB AG (Jena) an.

Den Umsatz hatte der Verkauf von M+W Zander im Jahr 2005 mit 450 Mill. Euro belastet. Er sank von 2,52 auf 1,91 Mrd. Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit des Konzerns (Ebit) lag mit 9,8 Mill. Euro im Minus nach einem Plus von 81,1 Mill. Euro im Jahr 2004. Das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (Ebitda) des Konzerns erreichte den Angaben zufolge 43,7 Mill. Euro nach 128,8 Mill. Euro. Die Nettoverschuldung des im TecDAX notierten Unternehmens lag per 31. Dezember 2005 bei 375,5 Mill. Euro nach 238,8 Mill. Euro in 2004.

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