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14.02.2006

07:53 Uhr

Sperrminorität

VW rollt Porsche den roten Teppich aus

VonJosef Hofmann

Der VW-Vorstand hat beschlossen, vom Unternehmen selbst gehaltene Aktien einzuziehen. Das hilft vor allem einem: dem Großaktionär Porsche. Dieser baut damit seine Macht deutlich aus, ohne einen Cent ausgeben zu müssen.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erhält mehr Macht bei Volkswagen. Foto: dpa

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erhält mehr Macht bei Volkswagen. Foto: dpa

FRANKFURT. Porsche bekäme eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent. Damit könnte der Sportwagenbauer Entscheidungen bei Volkswagen blockieren. VW äußerte sich hierzu gestern auf Anfrage nicht.

„Der potenzielle Einfluss von Porsche steigt dadurch beträchtlich“, sagte Patrick Juchemich, Analyst der Privatbank Sal. Oppenheim. Dies gilt besonders dann, wenn der Europäische Gerichtshof wie erwartet in diesem Jahr das so genannte VW-Gesetz kippt. Dieses begrenzt die Stimmrechte in der Hauptversammlung auf 20 Prozent.

Dem Einzug der eigenen Aktien muss noch der VW-Aufsichtsrat zustimmen. Ein positives Votum gilt als sicher, weil mit einer Sperrminorität für Porsche der Schutzwall gegen eine Übernahme des größten Autokonzerns Europas gestärkt wird. Bislang verfügt Porsche über 18,5 Prozent der Stimmrechte, hat aber bereits angekündigt, den Anteil mit Hilfe einer Kaufoption auf 22 Prozent aufstocken zu wollen. Dadurch, dass VW nun die eigenen 13 Prozent einstampft und sich der Porsche-Anteil nur noch auf 87 Prozent des bisherigen Kapitals bezieht, würde der Porsche-Anteil an den Stimmrechten über die Schwelle einer Sperrminorität steigen.

Das Stimmrecht der VW-eigenen Aktien ruhte zwar bislang, wäre aber bei einem Verkauf der Aktien wieder wirksam geworden. Um eine Sperrminorität ohne den Einzug der VW-eigenen Aktien sicherzustellen, hätte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking an der Börse mehr als eine halbe Mrd. Euro aufwenden müssen. Denn nach dem Kursfeuerwerk am Freitag legte das Papier auch am Montag wieder um gut 5 Prozent zu.

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